Philipp, Anna und Anton teilen sich zu dritt ein 12 m² Zimmer in einer 4er WG, in der allerdings gerade sechs Personen leben. Die Glückshormone, die seit der Geburt von Anton durch die Wohnung schweben und schwirren, erhellen täglich die Gemüter der Wohngemeinschaft. Einige Wochen vor der geplanten Abreise – denn es soll mit dem Bus nach Teheran gehen – wechselt die Stimmung jedoch und die Glückshormonen machen Platz für Aufbruch und Stress. Grund dafür ist die Auflösung der Wohngemeinschaft bis Ende April. Nachmieter sind schnell gefunden und innerhalb einer Woche sind die Zimmer leer geräumt und die kleine Familie zieht um in ihren gebraucht gekauften Bus, der ab sofort ihr zu hause sein wird.

Am Freitag, den 27.April sitzt Philipp wartend mit Anton auf der Brust in der Küche und fragt sich wo Anna nur bleibt, denn der Kleine wird langsam wach und brauch dann bald was zu essen. Anna steht ein zweites Mal an der Kasse bei Tante Olga, ein Unverpacktladen um die Ecke, und stappelt gefühlt hunderte von Gläsern gefüllt mit Linsen, Reis, diversen Nüssen und Trockenfrüchten auf den Tresen und erzählt strahlend von ihrerm Vorhaben. Die Kassierin ist neidisch. Sie radelt voll gepackt so schnell wie es ihre Beine und ihr Rücken erlauben zurück in die Wohnung. Dort strahlt Philipp vor Erleichterung.

Sie sitzen zu dritt vorne. Philipp am Steuer, Anton in der Mitte und Anna am Fenster. Anna würde prinzipiell auch gerne fahren aber leider hat bisher noch keiner herausgefunden wie die Seitenspiegel verstellt werden können. Bevor sie endgültig losfahren schenkt die Verkäuferin von König Köln Anna ein Glücksarmband. Es ist zwar nicht ihr Stil aber sie trägt es trotzdem bis es irgendwann von alleine abfällt. Die Fahrt geht los, erst mal nach Berlin zu Annas Papa wo sie den Bus fertig umbauen, einrichten und dekorieren. Irgendwo zwischen Köln und Berlin fällt Philipp auf dass sich die Reise die sie für die nächsten 9 Monate planen sich mit der wohnungslosen Situation wie ein richtiger Ausstieg anfühlt.

Die letzten Wochen in Deutschland stehen an. Wie so oft haben sich Anna und Philipp viel vorgenommen. Neben der Fertigstellung des Busses wollen sie Freunde besuchen. Es folgen Aufenthalte in Lichtenstein, Dresden, in Chemnitz, in Nürnberg und in Aschau in der Nähe von München, wo sie sich von ihren Familien und Freunden verabschieden. Die Besuche haben sie alle unter den Hut bekommen nur am Bus basteln und werkeln sie bis heute.