Sie fahren mit dem ersten morgendlichen Schlaf von Anton los, über Nikšić nach Pluzine in die Nähe des Durmitor National Parks. Es war wunderschön an der Küste, nur leider viel zu heiß. Jedoch mal ein anderes Flair und eine andere Mentalität zu spüren hat Anna und Philipp gutgetan. Die Menschen an der Küste zeigten sich weniger zugeknöpft oder besser gesagt zeigten sie möglichst viel Haut um noch mehr Sonne tanken zu können, sie wirkten lässiger und unbekümmerter.

Mit viel Optimismus fahren sie auf ein Neues in den Norden in die Bergregion Montenegros zum Wandern. Sie überqueren das kahle und felsige Hinterland und schnuppern kühlere Luft. Die Straßen werden etwas schlechter aber dank eines ortskundigen LKW-Fahrers, dem sie hinterherfahren, können sie jegliche Bodenwelle und jedes Loch umfahren. „Wow!“ bricht es aus den Beiden zeitgleich heraus. Lange gab es nichts zu sehen. Doch dann schimmert plötzlich dieser azurblaue See, der tief in einer Schlucht liegt, durch die dichten und verzweigten Baumäste. Wahnsinn! Noch ein paar Mal können sie einen Blick in die tiefe Schlucht und diesen langgezogenen See erhaschen. Wenig später kommen sie an einem anderen See vorbei, der sich durch die Schlucht schlängelt, mal breit und mal schmal: Der Pivsko See, ein Stausee, angelegt für die Stromversorgung und als Trinkwasserreservoir – das größte in Europa. Unter seiner Oberfläche versteckt sich eine bis zu 180 Meter tiefe Schlucht, die früher von nur wenigen Menschen bewohnt wurde, und damit eine verlorene spektakuläre Landschaft verbirgt. Auf der Suche nach einem geeigneten Campingplatz, fahren sie eine schmale und kurvenreiche Straße, die parallel zum See verläuft, entlang. Sie finden einen Campingplatz, der von einer sehr lebensfrohen Frau geführt wird und an dem Fluss liegt, der in den See fließt. Es ist schön und sehr ruhig. Am Abend regnet es, der erste Test für das zum zweiten Mal geflickte Loch im Dach. Es bleibt trocken.