Next stop: Bosnia and Herzegovina. Ohne Probleme reisen sie ein und fahren über Bihać zum Una National Park. Dort soll es einen großen und für das Auge berauschenden Wasserfall geben.  So erzählte ihnen der nette Obst- und Gemüseverkäufer aus Bihać. Ok. Noch ein Wasserfall. Mal schauen was der so kann. Am Eingang begrüßt sie ein freundlicher Bosnier, gekleidet in einem beige farbenden Anzug, der an einen Wildparkranger erinnert. Sie fragen ihn ob er Englisch spricht. Daraufhin grinst er schelmisch und verneint dies. Sie sollen langsam fahren, immer gerade aus und auf die Wildhunde acht geben. Und los gehts. Anscheinend ist nicht nur der Wasserfall aufregend, sondern auch der Weg dorthin. Sie begeben sich für 14 Kilometer auf eine vom Regen ausgewaschene Schotterpiste mit sehr tiefen Furchen, großen Löchern und vereinzelten Stellen mit lockerem Material, in denen größere Autos doch ganz gerne auch mal stecken bleiben. Ihre Geschwindigkeit ist so gering wie die Strecke lang ist. Bergauf. Bergab. Bergauf. Bergab. Der Bus wackelt hin und her. Ein Grashüpfer fährt am Seitenspiegel mit. Ganz lässig. Die Insassen und die Inneneinrichtung dagegen werden auf ihre Fahrtüchtigkeit im Offroadbereich durch den Wald getestet.

Sie schaffen es ohne umzufallen. Test bestanden. Und es stimmt der Wasserfall rauscht und berauscht mit seinen immensen Wassermassen, die knapp 30 meter tief fallen. „Ich habe noch nie so einen großen Wasserfall gesehen!“ sagt Philipp. Hmmm. Anna ist überrascht und sagt grinsend „Ich schon“. Aber sie war schließlich auch schon an den Niagara Fällen.

Sie verlassen den Park durch einen anderen Ausgang. Dort werden sie wieder einmal sehr herzlich von einem strahlend grinsenden Mann angehalten, der ihnen seinen kleinen Campingplatz schmackhaft macht. Sie bleiben. Am Abend zieht Nebel über den Fluss. Sie beobachten das Wetterleuchten und die Glühwürmchen, die über die Felder fliegen und vor sich hin glimmen. In der Nacht regnet und donnert es heftig. Das Gewitter ist direkt über ihnen. Plötzlich spürt Anna etwas nassen an ihrem Fuß. Oh nein! Das gibt es doch nicht. Wasser tropft von der Busdecke auf das Bett. Tropf, tropf. Kalt und nass. Sie stellen eine Schüssel darunter und schlafen weiter.