Ausgerüstet mit Essen, Wanderstöcken, Windeln, Wasser, Regenjacken und Kamera, wandern sie los. Die steilen Passagen lassen nicht lange auf sich warten. Es geht sehr steil bergauf. So steil das die 600 Höhenmeter, die sie überwinden, an ihnen vorbeifliegen. Sie überqueren ein Geröllfeld, laufen durch ein Stück Wald und über einen kurzen Wiesenabschnitt bis sie auf 1500 Höhenmeter eine Pause machen. Während sie essen, genießen sie den Blick auf den Berggipfel, den sie nicht besteigen werden, und beobachten die zahlreichen Schmetterlinge, die sich immer mal wieder auf Antons Sonnenhut niederlassen.

Sie laufen weiter durch einen Buchenwald, in dem riesige mit Moosbewachsene Findlinge majestätisch und monumental liegen, und vorbei an einem Kiefernwald, der vor einigen Jahren abgebrannt sein muss und nun von hohen Fahnen bewuchert wird. Sie gelangen an einen steilen Hang einer Wiese, die tief hinab ins Tal führt. Bunte Blumen und noch buntere Schmetterlinge fliegen von einer Blüte zur nächsten. Die Farben- und Mustervariation der Schmetterlinge ist erschreckend vielfältig: Es gibt gelbe, weiße, weißschwarz geschenkte, blaue, gelbschwarz gemustert, orange mit schwarzen Punkten, schwarze… Anna hat ihr Teleobjektiv nicht dabei. Sie ärgert sich. Nichtsdestotrotz möchte sie die Tagpfauenaugen fotografieren. Langsamen Schrittes wagt sie sich den steilen Hang hinunter. Bewaffnet mit ihrer Kamera, auf der ein Weitwinkelobjektiv steckt, weiß sie das sie sich sehr nahe an die Schmetterlinge heranpirschen muss um ein gutes Foto schießen zu können. Es ist ein Spektakel auch für die beiden Beobachter, die geduldig oben auf sie warten.

Die Wanderung geht weiter: Noch einmal durch ein Waldstück, hinauf über eine Wiese, von wo sie einen weiten Blick auf die Berge haben, weiter steil bergab an Kiefern vorbei und danach im Schatten einiger Bäume entlang am rauschenden und sprudelnden Fluss hinab bis zur Ortschaft. Der Abstieg zieht sich und die Beine sind schwer als sie am Bus ankommen. Sie nehmen ein 5°C kaltes Bad im Fluss. „Ich kann nicht lange im Wasser sein. Meine Füße tun weh“, bibbert Anna.