Alle sind einigermaßen gesund und das Wetter hat sich gebessert. Auch wenn sich Philipp über den Wind ärgert, die Sonne scheint und es sind nur Schäfchenwolken am Himmel zu sehen. Nun sind sie bereit für das Rila Gebirge und die sieben Rila Seen, für die alle Gäste des Campingplatzes gekommen sind. Jeder fragt „Und wart ihr schon bei den Seen?“. Jeden Tag antworten sie „Noch nicht aber wir wollen“. Nach sechs Tagen Entspannung und Erholung, so gut wie Mensch sich mit einem Baby erholen kann, fahren sie in Richtung Seilbahn, die einen näher an die Seen bringt. Kurz unterhalb halten sie an einer Ferienanlage mit Restaurant, grüner Wiese, einer Schaukel, einer Wippe und mit sowohl bunten als auch etwas heruntergekommenen aussehenden Ferienhäusern. Sie übernachten auf dem Parkplatz davor und fahren am nächsten Morgen zur Seilbahn.

„Ich glaube ja nicht, dass wir hochkommen.“, sagt Anna skeptisch. Philipp glaubt auch nicht dran. Denn sie hatten gehört, dass es ein offener Sessellift sei, der Touristen zu den Seen bringt. Sie kommen am Parkplatz an und zahlen 5 Leva. Am Vortag hieß es noch das Parken kostet 10 Leva. Es ist voll. Der Parkplatz schlängelt sich übers ganze Gelände und hinter jeder Kurve tauchen neue Parkwiesen auf.

Sie werden eingewiesen und packen sogleich los. Als sie damit fertig sind, ist es still um sie herum geworden. Alle anderen, die zeitgleich mit ihnen angekommen sind, sind schon lange weg. Ein Autofriedhof. Sie laufen los. Schon bevor sie an der Seilbahn ankommen, sehen sie die Menschenschlange sowie die offenen Sessel. Eine 20-minütige Fahrt mit Baby in einem offenen Sessellift ist wohl keine gute Idee. Kurzer Hand entscheiden sie sich zu wandern aber selbst daran verlieren sie schnell die Lust. Sie wissen nicht wo der Weg hinführt – ob nur durch den Wald oder zu einem Aussichtspunkt, es gibt aggressive Mücken, der Himmel ist bedeckt, Anton ist wach und tanzt aufs Philipp Arm herum. Sie gehen zurück zum Auto und fahren zu ihrem vorigen Standort, wo sie den restlichen Tag verbringen. Bevor sie sich aufmachen essen sie ein weiteres Mal Joghurt mit selbstgemachter Blaubeermarmelade, einen Shopska Salat, leckeres Brot frisch aus dem Ofen und trinken dazu wie immer einen Pfirsichsaft. Anschließend fahren sie in tiefere Höhen zu ihrem allerersten Stellplatz im Rila Gebirge – zum Unterstand mit Grill.