Endlich! Endlich können sie weiterfahren und diesen beschäftigten Parkplatz am Lisi See verlassen. Georgien hat ihnen schöne Momente und atemberaubende Landschaften beschert aber nun wird es Zeit das nächste Ziel – Iran – in Angriff zu nehmen. Sie fahren gegen 10 Uhr los, raus aus Tbilisi, in Richtung Süden nach Armenien. Nach der Großstadt wird die Gegend bevölkerungsarm, karg und trocken. Kurz vor der Grenze verkaufen alle Markstände verschiedenste Sorten Waschmittel und Weichspüler in Großverpackungen sowie massenweise Granatäpfel.

Am Grenzübergang angekommen, geht es plötzlich ganz schnell und reibunglos, ohne Warteschlangen und bohrende Fragen. Schwuppdiwupp sind sie ausgereist. Die Einreise nach Armenien verlangt dagegen etwas Geduld. Sie müssen eine Insassen- und eine Autoversicherung abschließen. Dafür gehen sie in zwei verschiedene Büros, wo sie warten und verhandeln. Anna ärgert sich, dass sie bei dem Abschluss der Insassenversicherung nicht nachgefragt und verhandelt hat. Nach ihrer Meinung haben sie zu viel bezahlt. Egal. Sie sind in Armenien.

Als sie diese administrativen Dinge erledigt haben, fahren sie ihre ersten Kilometer in Armenien durch die Debed Schlucht, in der die Hügel mit dunkelgrünen Waldbestand bewachsen, die Häuser an den steilen Hängen gebaut sind und der Debed Fluss in einem steinigen Flussbett in Schlängellinien fließt. Sie sehen große mehrstöckige Fabriken, die düster und kurios vor den schönen Hügeln und zwischen Wohnhäuser stehen. Ihr Bus holpert über die mit Schlaglöchern versehene Straße. Philipp und Anna sind müde und platt, die Stimmung ist trüb und ihre Kopfschmerzen werden stärker. Als auf einmal eine frisch geteerte Straße losgeht, können sie es kaum glauben und sind sich sicher, dass es nur ein kurzes Stück ist, was sie erneuert haben. Sie irren sich. Bis in die Stadt Vanadzor ist die Straße in einem Top Zustand und muss erst vor ein paar Monaten fertig geworden sein. Sobald sie die Hauptstraße allerdings verlassen, fahren sie wieder auf löchrigem Schotter, daher parken sie in der Nähe der Hauptstraße, hinter Zugschienen vor den Toren einer alten Fabrik und gehen früh ins Bett.