Der Kälte in Deutschland entflohen, befinden sie sich nun im heiß feuchten Flughafengebäude von Santa Cruz. Sie essen, trinken ihren ersten frischgepressten Saft, heben Geld ab und bestellen sich ein Uber, welches sie zum Hotel bringt. Sie beziehen ihr sehr geräumiges Zimmer mit Küche, laufen eine Runde um das Hotel, erkundigen sich noch einmal wo der Pool ist und ruhen sich aus bis sie allesamt schweigend einschlafen.

Am Nachmittag wollen sie etwas essen. Natürlich haben sie nicht daran gedacht, dass eventuell auch in Bolivien die Restaurants und Obst- und Gemüseläden an den Weihnachtstagen geschlossen haben könnten. Ein paar Fast Food Restaurants, die Fleisch mit Pommes anbieten, sind geöffnet sowie der große Supermarkt Hipermaxi. Sie besorgen sich ein paar Dinge für ein Nudelgericht am Abend und Obst für Zwischendurch. Froh den Laden wieder verlassen zu können, fällt Anna auf der Hälfte des Weges zurück zum Hotel auf, dass sie gar keine Nudeln gekauft haben. Ohman. Anna und Anton spielen auf einem abgerockten, teilweise verrosteten Spielplatz mit hervortretenden Nägeln in kaputten Holzlatten während Philipp nochmal zurückläuft um Nudeln – die offensichtlichste Zutat für ein Nudelgericht – zu kaufen. Anton entdeckt riesige Ameisen, die sich ihren Weg durch das Gras und über in ihren Augen gigantischen Sandhügel bahnen, und sieht sie sich genau an. Gleichzeitig ist er erfüllt mit Respekt und zieht sich sobald sie ihm zu nahe kommen zurück – das heißt er klettert hastig und aufgeregt auf Anna rauf und will sofort hochgenommen werden.

Als Philipp zurückkommt, spazieren sie zum Hotel und lassen den Tag ruhig ohne Hektik ausklingen.

Am nächsten Tag wachen Philipp und Anna vor Anton auf – eine Seltenheit seit Anton auf der Welt ist. Sie frühstücken und fahren danach mit einem Uber ins Stadtzentrum, besorgen sich eine SIM-Karte und machen ungeplant eine längere Pause auf dem Plaza 21 de Septiembre. Denn es gibt Tauben in den verschiedensten Farben, Grautönen und Scheckungen. Ein Paradies für den kleinen Anton.

Sie spazieren durch die Stadt und schauen sich noch die Mitte Südamerikas – eine weniger spektakuläre Sehenswürdigkeit – an, essen viel zu trockene Vollkornmehl Empanadas weswegen sie noch eine weitere Lokalität aufsuchen. Sie landen in einem Restaurant mit einem sehr schönen Innenhof, der mit Malereien und grünen Pflanzen gestaltet ist. Die Auswahl ist mit nur einem vegetarischen Gericht – einem Burger – etwas eingeschränkt. Überraschenderweise kommt der Burger in all seinen Einzelteilen, nur das Brot fehlt: Tomate, Zwiebeln, Soße, Burger Patty aus Quinoa und 10 verschiedenen Sorten Salz.  Dank des Reises und der Ofenkartoffeln mit Rosmarin ist es eine durchaus vielfältige Mahlzeit. Nach dem zufriedenstellenden Essen fahren sie zurück ins Hotel wo sie gemeinsam Mittagsschlaf machen. Am späten Nachmittag gehen sie mit Anton in den Pool, der im Wasser tobt, abwechselnd schwimmt und rutscht. Sie werden wieder alle gut schlafen.

Ihren letzten Tag in Santa Cruz schließen sie mit einem Besuch im botanischen Garten, der zwar unglaublich schön ist und mit einer großartigen Artenvielfalt überrascht, aber auch ein Paradies für nervtötende und aggressive Mücken ist, ab. Philipps Stresslevel steigt trotz Mückenschutz enorm an und sie verlassen den botanischen Garten relativ zügig wieder. Den restlichen Tag verbringen sie ruhig und bereiten ihren Abflug nach Sucre vor.