Potosí liegt auf 4000 Meter über dem Meeresspiegel – also schon ordentlich hoch – am Fuße des Cerro Rico, einen kegelförmigen Berges, der einst das größte Silbervorkommen der Welt in sich trug. Die meisten kommen hier her, um die Silberminen zu besichtigen. Denn in Potosí wurde Geldgeschichte geschrieben: im 17. Jahrhundert war die Stadt so bedeutend wie London oder Paris und bis ins 19. Jahrhundert die reichste Stadt der Welt. Nun droht die prächtige Kolonialarchitektur zu verfallen.

Potosí von oben

Was ihr in Potosí machen könnt

Wir sind durch die Stadt spaziert, vorbei an bunten Häusern und prächtigen Gebäuden, haben auf dem Plaza 10 de Noviembre verweilt und Orangensaft getrunken, und sind durch die gut erhaltene Fußgängerzone geschlendert. Ihr könnt euren Spaziergang gut mit einem Besuch in den verschiedenen Kirchen (San Lorenzo, San Francisco), der Kathedrale (Catedral de la Ciudad de Potosí), oder am Arco de Cobija vorbei verbinden.

Bunte Häuser
Durch enge Straßen und Gassen spazieren

Wir haben das Haus der Währung (Casa de la Moneda, Ayacucho) besucht. Beim ersten Anlauf wurden wir weggeschickt, da die Touren bereits alle ausgebucht waren. Beim zweiten Versuch, ca. 1,5 Stunden später, mussten wir uns ebenfalls ranhalten und uns frühzeitig in der Warteschlange anstellen. Ihr seht also, dass es ein beliebtes Ausflugsziel ist. BesucherInnen dürfen nur mit einer geführten Tour durch das Museum laufen. Die Touren werden auf Spanisch gehalten und dauern 90 Minuten. Es wird die Geschichte Potosís, die Entdeckung des Silbers im Berg von Potosí und die Entwicklung der Münzen und deren Herstellung gezeigt. Auch ein Abstecher in das Museum Santa Teresa (Museo Santa Teresa, Santa Teresa 6) lohnt sich – zumindest für Menschen, die sich für Geschichte und Kunst interessieren.

Casa de la Moneda

Von Potosí aus werden Minentouren organisiert. Die Qualität dieser Touren variiert. Das Eucalyptus Hostal, in dem wir übernachtet haben, hat solch eine Tour angeboten (Koala Tours). Die Tour war sehr gut, was eventuell an der kleinen Größe der Gruppe lag. Während der Tour werden Coca Blätter, Schnaps und Wasser in einem kleinen Laden gekauft und den Minenarbeitern geschenkt. Das ist ein wichtiger Brauch, bei dem die TeilnehmerInnen weniger aufs Geld achten sollten. Für Kleinkinder ist der Besuch der Minen ungeeignet und wir raten strengstens davon ab.

Mineneingang

Wo ihr Essen gehen könnt

Die folgenden Restaurants haben uns sehr gut gefallen: Potocchi Café (am nördlichen Ende der Straße Millares) mit einer großen Auswahl an vegetarischen Gerichten und das El Empedradillo (Tarija, nördlich von der Ecke Tarija/Nogales), welches traditionelle Suppen und andere traditionelle Gerichte aus Potosí anbietet. Außerdem haben wir als Snack für Zwischendurch Pasteles con Queso – gibt es auch ohne Käse – auf dem Platz gegenüber der Iglesia San Lorenzo (Chayanta/Héroes del Chaco). Dazu gibt es Heißgetränke aus weißem und violettem Mais, die von BolivianerInnen auch gerne gemischt getrunken werden.

Hier gibt es Pasteles und Heißgetränke

Wie wir uns fortbewegt haben

Wir sind viel zu Fuß gelaufen und haben nur ein Taxi bei Ankunft und Abreise zum Busbahnhof genommen.

Wo wir übernachtet haben

Wir haben im Eucalyptus Hostal (Calle Linares 88A) übernachtet. Die Zimmer sind einfach eingerichtet, es gibt eine Küche, einen Aufenthaltsraum sowie eine schöne Dachterrasse. Die Heizung wird nur in den Abendstunden angemacht – zumindest in den Sommermonaten. Der Innenbereich ist mit grünen Platzen dekoriert. Wenn es regnet, hat es an sehr vielen Stellen hineingetropft aber nicht in den Zimmern. Die Küche ist gut ausgestattet, sauber, ordentlich und gut organisiert. Das Frühstück besteht aus Brötchen, Marmelade, Obst, Tee und Kaffee. Wer gerne Ei isst, bestellt sich einfach Rührei oder ein Spiegelei. Es gibt einen Waschservice. Der Besitzer war sehr nett, wir konnten ihn auf alles ansprechen, dabei war er sehr zuvorkommend. Er hat für uns beispielsweise die Heizung früher angemacht so dass wir es auch nachmittags warm hatten. Die Nächte waren ruhig. Wir waren mit dieser Unterkunft sehr zufrieden.

Wie und wohin wir weitergereist sind

Wir sind mit dem Bus nach Uyuni gefahren, und zwar mit der Buscompany Emperador, welche einen wesentlich besseren Bus besaß als die Vorige, die uns von Sucre nach Potosí gebracht hatte. Es gibt zwei Busbahnhöfe, den Nueva Terminal de Buses und den Antigua Terminal de Buses. Die Busse nach Uyuni fahren vom alten Busbahnhof (Antigua Terminal de Buses), der nordwestlich vom Zentrum liegt, ab.