Die wichtigsten Fakten zur Isolierung im Wohnmobil

14 Dinge, die du für deinen Selbstausbau wissen solltest

Du hast einen leeren Kastenwagen oder Transporter vor deiner Tür stehen. Du hast das Ding bereits ausgeräumt und gereinigt. Du hast Stromkabel verlegt, du weißt wo deine Fenster sein werden, und du hast dein Holzgerüst angeschraubt. Nun kommt der nächste Schritt: die Isolierung. Du fragst dich, womit du das am besten machst, und brauchst dringend Informationen.

Ich habe die Informationen, die du brauchst. Und stelle dir eine Alternative zu Armaflex vor: Den X-Trem Isolator. Denn in den meisten Blogartikeln und DIY-Ausbauanleitung wird Armaflex verwendet. Bei uns kommt der X-treme Isolator zum Einsatz und ich sage dir warum.

Du erhältst die wichtigsten Informationen, die du für deine Entscheidungsfindung brauchst. Knapp, schnörkellos und einfach zusammengefasst (in einer Infografik).

 

Ist die Isolierung in einem Wohnmobil wichtig?

Ja. Besonders dann, wenn du länger damit unterwegs sein möchtest oder auch in kälteren Zeiten reisen willst. Eine gute Dämmung trägt ganz klar zum Wohlfühl-Charakter deines selbstausgebauten Camper Vans bei. Wir haben beides erlebt: Einen schlecht isolierten Bus und einen sehr gut isolierten Bus. Wir empfehlen dir aufgrund unserer Erfahrung deinen Transporter oder Kastenwagen, den du selbstausbauen willst, zu isolieren.  

Was macht eine Isolierung?

die Energie bei Temperaturunterschieden fließt langsamer

der Geräuschpegel ist niedriger

Rost, Schimmel und Gestank im Innenraum bleiben fern

1. Sie verlangsamt die Wärmeübertragung

Die Sonne scheint und das Dach deines Wohnmobils heizt sich langsam auf 80°C auf. In deinem Wohnmobil ist es noch nicht so heiß, angenehme 25°C. Wenn du jetzt keine oder nur eine dünne Isolierung hast, wird sich die Luft unter deinem Dach ganz schnell aufheizen und dein Camper Van verwandelt sich in eine Sauna. Mit einer gute Dämmung dagegen kannst du diese Wärmeübertragung verlangsamen.

Die Sonne geht langsam unter und es wird kälter draußen. Im Wohnmobil ist es noch gemütlich warm. Mit einer guten Isolierung bleibt das länger so als mit einer dünnen Isolierung.

Ohne Isolierung werden Temperaturunterschiede zwischen deinem Camper Van und der Umgebung schneller ausgeglichen: Es geht weniger Wärme weg, wenn es draußen kälter ist als im Bus; es kommt weniger Wärme rein, wenn draußen die Luft brennt.

 

2. Sie dient der Schalldämmung

Mit einer Dämmung wird dein Wohnmobil leiser sein während der Fahrt.

 

3. Sie verhindert die Bildung von Kondenswasser zwischen Blech und Innenausbau

Mit einer Isolierung an Decke, Boden und Seitenwänden, kann das Wasser nur noch an Fensterflächen kondensieren. Ohne eine Dämmung, kondensiert das Wasser auch am Blech. Die Nässe, die zwischen Blech und Innenausbau entsteht, kann Schimmel hervorrufen. Und offenen Blechstellen (beschädigtes oder unlackiertes Blech) rosten bei Kontakt mit Wasser. Es fängt irgendwann an zu müffeln.

Welche Eigenschaften muss das Dämmungsmaterial haben?

feuchtigkeitsabweisend

leicht

isolierend

robust

vibrationsstabil

biegsam

Welches Isolierungsmaterial eignet sich für den Selbstausbau?

Das einzige Material, was den Ansprüchen eines wackelnden, ruckelnden, vibrierenden Wohnmobil gerecht wird ist der X-Trem Isolator, Armaflex von Ammacell, K-Flex und andere ähnliche Produkte.

Steinwolle, Glaswolle, Styropor und Hanf eignen sich nicht. Hanf, Steinwolle und Glaswolle ziehen Wasser, dadurch entsteht Feuchtigkeit im Innenraum. Wenn du Feuchtigkeit im Auto hast, bilden sich Schimmel, Rost und Gestank.

Styropor, auch Polystyrol, ist starr, spröde, quietscht wenn die Platten aneinander reiben, kaum mechanisch belastbar und leicht entzündlich. Mineralwolle wie Glaswolle und Steinwolle sind nicht vibrationsstabil und fallen in sich zusammen, wenn das Wohnmobil bewegt wird. Damit ist die Dämmung lückenhaft.

Auch wenn im Hausbau bestimmte Isolierungsmaterialien eingesetzt werden, ist das kein Argument für die Verwendung im Wohnmobil. Ein Haus steht. Ein Wohnmobil fährt. Daher sind die Ansprüche an die Isolierung ganz andere.

Wenn du dich für Steinwolle und Glaswolle entscheidest, weil du einem anderen Blogger eher glaubst als mir, dann unbedingt als weiteren Schritt die Wolle luftdicht in Folien einschweißen. Dadurch sinkt die Wolle nicht ab und bildet keine Feuchtigkeit.

Gibt es ein ökologisches Isolierungsmaterial, was sich eignet?

Ja. Und zwar Kork. Kork ist atmungsaktiv: Feuchtigkeit wird aufgenommen und wieder abgegeben. Kork ist langlebig, schimmelfest, ungezieferresistent und ein nachwachsender Rohstoff. Für Kork musst du aber etwas tiefer in den Geldbeutel greifen.

Kork ist für eine Dämmung im Wohnmobil geeignet, wenn es mit einem Korklack vorbehandelt wird. Ohne Vorbehandlung wird Schimmel entstehen. Um Kork anzubringen, benötigst du einen Kleber wie den Korkkontaktklebstoff D3540 von Wakol.

Der Kleber darf nur bei bestimmten Temperaturen aufgetragen werden. Wenn du dich nicht an die Vorgaben hältst, kann es sein, dass dir die Korkplatte abfällt. Die Anbringung ist zeitintensiver, aber du brauchst keine Verkleidung, die bei herkömmlichen Dämmmaterialien nötig ist, anzubringen. Wenn du dein Wohnmobil mit Kork dämmst, solltest du täglich auf eine gute Durchlüftung achten.

Hagen von Nebendemweg hat einen sehr ausführlichen Blogbeitrag über die Verwendung von Kork im 4×4 Truck geschrieben. Es lohnt sich, hier mal vorbeizuschauen.

Leider ist Kork wirklich teuer. Und wenn du auf günstigere Angebote stößt, kann es sein das der Kork Schadstoffe enthält oder gestreckt ist. Falls du es dir nicht leisten kannst, bieten sich dir noch andere Gelegenheit dein grünes Herz zu stimulieren: Lege dir eine Trockentrenntoilette für dein Wohnmobil zu, nimm Kork als Boden und wähle Filz für deine Seitenwände.

Brauchst du eine Dampfsperre?

Wenn du dich für einen geschlossen porigen Schaum wie Armaflex oder X-Trem Isolator entscheidest, brauchst du keine Dampfsperre. Du brauchst nur eine Dampfsperre für Isolierungsmaterial, welches Wasser aufnehmen kann.

Wie gut ist Armaflex? Ein Vergleich mit X-Trem-Isolator

Das gängigste Material, welches bei DIY-Ausbauern verwendet wird, ist Armaflex von Armacell – ein Dämmmaterial hergestellt aus Naturkautschuk. Der X-Treme-Isolator von Reimo ist ein PE-Schaum, welcher aus Abfällen aus der Zuckerrohrherstellung produziert wird. Beide Materialien eignen sich sehr gut als Dämmmaterial in einem Wohnmobil.

Beide Materialien sind geschlossen-porig und wasserabweisend, was folglich eine Feuchtigkeitsaufnahme verhindert. Außerdem sind beide in verschiedenen Stärken, selbstklebend und nicht-selbstklebend erhältlich. Sie sind beide leicht zu verarbeiten, haben ein geringes Gewicht und eine hohe Wärmedämmung.

Die Unterschiede zwischen beiden Materialien liegen in ihrer Stabilität und Strapazierfähigkeit. Armaflex ist weicher, flexibler und instabiler als der X-Treme-Isolator. Armaflex lässt sich leicht um Rundungen und tiefe Mulden legen. Dafür ist die Oberfläche von Armaflex empfindlicher was äußere Einwirkungen angeht und reißt leichter ein. Der X-Treme-Isolator wird im professionellen Wohnmobilausbau verwendet. Während Armaflex eher von Selbstausbauern genutzt wird.  

Warum haben wir uns für den X-Trem-Isolator entschieden?

Auch wenn Armaflex der Platzhirsch unter den Isolierungsmaterialien, die von Selbstausbauern gewählt werden, ist, haben wir uns für den von X-Trem-Isolator entschieden. Uns hat die Stabilität bei gleichzeitig ausreichender Flexibilität in den Blechunebenheiten überzeugt.

Wir haben die selbstklebenden Variante gewählt, weil wir keinen Kleber auf Blech und Dämmmaterial auftragen wollten.

Achte darauf, dass du das Original kaufst. Fälschungen verbreiten einen fiesen Gestank, der sich auch nach dem Verkleben im Bus hält und bei hoher Sonneneinstrahlung hervortritt.

Wie dick muss die Isolierung sein?

Umso dünner die Isolierungsschicht ist, desto schneller geht die Wärmeübertragung von statten: Bei Temperaturunterschieden wird es schneller heiß oder schneller kalt im Wohnmobil.

Wir haben an großen Flächen der Seitenwände zwischen den Holmen 30 mm, auf den Holmen 20 mm, an den Radkappe 10 mm und an der Decke 40 mm isoliert. Und der Boden hat 20 mm bekommen.

Wenn du nicht so groß bist oder nicht unbedingt im Wohnmobil aufrecht stehen willst, mache den Boden ruhig dicker. Darüber freuen sich deine Füße. Oder die Decke dünner und den Boden dicker.

Dafür haben wir 10 mm und 20 mm starke X-Trem Isolator Platten verwendet. Für die erste Isolierungsschicht an den Seiten und an der Decke haben wir 20 mm Extreme Isolator benutzt und diesen auf die Größe der Flächen zwischen den Holmen zugeschnitten. Auf die Holme haben wir 10 mm X-Trem Isolator geklebt. Für die zweite Schicht Isolierung haben wir 20 mm X-Trem Isolator über die gesamte Fläche geklebt.

Wieviel Dämmmaterial brauchst du?

Du misst die Flächen (Boden, Decke, Seitenwände) deines Kastenwagen aus. Höhe mit Breite multiplizieren, so erhältst du die Quadratmeter. Die Quadratmeter addieren, nochmal zwei Quadratmeter drauf schlagen, und schon weißt du wieviel du brauchst.

Müssen die Hohlräume aufgefüllt werden?

Nein. Du kannst sie auch gar nicht auffüllen. Außer du verwendest einen Bauschaum. Aber dieser zieht über die Zeit Wasser und quillt. Und das macht die Karosserie deines Camper Van kaputt. Lass die Finger von PU Schaum. Es wird gerne verwendet, um Hohlräume zum Beispiel hinter den Holmen zu füllen. PU-Schaum härtet stark aus, was ein quietschendes Geräusch bei Bewegung des Fahrzeuges zur Folge hat. Und der Schaum dehnt sich um das Zweifache aus und kann so das Blech unschön ausbeulen, Blechpartien auseinanderdrücken, Kabelzüge und Leitungen verformen oder blockieren. Die Hohlräume werden luftdicht isoliert. Ohne aufgefüllt zu werden.

Wo gibt es Schwachstellen in der Dämmung des Wohnmobils?

Die Schwachstellen der Isolierung sind die Fenster. Aber deswegen keine Fenster im Wohnmobil haben? Nein, auf gar keinen Fall. Die Fenster sind wichtig für Licht und Durchlüftung. Du kannst dir Thermomatten für dein Fahrzeugmodell besorgen. Die Abdeckung der Frontscheibe mit einem Sonnenschutz bringt richtig Punkte an heißen Tagen: Der Innenraum deines Camper Van wird einfach nicht so verflucht heiß.

Wie und wo bringst du die Isolierung an?

von Staub und Fett befreien

Decke

ausmessen und zuschneiden


Seitenwände, Radkästen

anbringen

Boden

 

Die Arbeitsschritte für die Isolierung sind klar: reinigen, zuschneiden, kleben. Und doch ist die Umsetzung heikel und oft von vielen Fragezeichen über dem Kopf geprägt. Zunächst werden alle Flächen gereinigt. Mit einem trockenen Lappen können Staub und anderer Dreck entfernt werden. Danach verwendet man am besten ein fettlösendes Mittel – wir haben eine Alkohollösung gewählt – mit welchem man erneut alle Fläche reinigt. Im nächsten Schritt wird das Isolierungsmaterial – wir haben uns für den selbstklebenden Extreme Isolator von Reimo entschieden – zugeschnitten. Wenn der Zuschnitt passt wird das Isolierungsmaterial auf die gereinigten Flächen geklebt. Um besser der Schmutz entfernt wurde, desto besser hält auch die Isolierung an der Karosserie.

 

  1.  Material kaufen – selbstklebend oder mit Kleber

Wenn du das erste Mal einen Camper ausbaust, eignet sich selbstklebendes Isolierungsmaterial. Aber wenn du Erfahrung hättest, würdest du wahrscheinlich nicht meinen Artikel lesen. Selbstklebendes Material ist unkompliziert anzubringen. Du hantierst nur mit der Isolierung und nicht noch mit einem Kleber, den zu erst auftragen musst.

 

2. Von Staub, Dreck und Fett befreien

Die Oberfläche können das Isolierungsmaterial nur halten, wenn sie trocken, staub-, dreck- und fettfrei sind. Also erst mal alles säubern und zum Schluss mit einer Alkohollösung die Flächen abwischen.

 

  1. Ausmessen und zuschneiden

Einen Transporter zu isolieren ist Fummel Arbeit. Messe den Bereich den du isolieren willst aus, nimm ein scharfes Cutter Messer oder Messer (wie von Opinel) und schneide die Isolierungsplatte mit den ausgemessenen Maßen zu. Als Tipp benutze scharfe Klingen.

 

  1. Isolierung anbringen

Es ist wichtig, dass du das Material ohne Luftblasen zwischen Blech und Isolierung, also luftdicht, anbringst. Gib dir Mühe! Jede Luftblase führt zu Feuchtigkeitsbildung, da hier das Wasser kondensieren an, wenn sich die Temperaturen ändern.

Ein wenig Folie lösen, an die Fläche kleben, die isoliert werden soll und dann langsam etwas mehr Folie abziehen und das Dämmungsmaterial ordentlich und fest an die Karosserie drücken. Mach dir kein Stress: Du kannst nicht jeden kleinste Fläche und auch nicht alle Hohlräume isolieren.

Die Isolierung muss auf dem Blech luftdicht aufgebracht werden. Es darf kein Hohlraum zwischen Isolierungsmaterial und Karosserie geben. Bevor du isolierst, müssen die Flächen von Dreck befreit und mit Alkohol abgewischt werden. Isoliert wird zwischen den tragenden Strukturen – die Holme, die in den Raum ragen – angebracht. Auf die Holme kommen Holzbalken, die ebenfalls isolierend wirken.

Zwischen dem Isolierungsmaterial kommt Holz, das auch eine isolierende Wirkung hat. Der einzige Kontaktpunkt nach draußen ist somit die Schraube.

Unsere Bewertung nach der Isolierung

Wir fanden Armaflex nicht robust genug. Für die Rundungen, die wir im Transporter isoliert haben, hat die Biegsamkeit des X-Trem-Isolator ausgereicht. Die Selbstklebende Fläche hält sehr gut am Blech und die Anbringung war einfach.

Wir sind nun seit 1,5 Jahren mit dem Bus unterwegs. Wir sind sehr zufrieden mit unserer Wahl für die Isolierung. Außer dem Boden würden wir mindestens  eine 3-cm-dicke Isolierung verpassen.

Zuvor hatten wir einen Bus, der sehr schlecht isoliert war. Daher wissen wir wie wertvoll eine gute Isolierung ist. Es zieht weniger. Es ist weniger Feuchtigkeit im Bus. Es bleibt länger warm, wenn Abends die Sonne untergeht und es draußen kalt wird.

Zusammenfassung (Infografik)