Ab nach Hause

Ab nach Hause

Sie haben sich von ihren Besuchern verabschiedet. Erst von Christian, Stephie und Henriette und vier Tage später von Gerlinde, die sie zum Flughafen in Pafos gebracht hatten. Die erste Woche des Jahres 2019 ist fast rum. Seit knapp acht Monaten sind sie mit dem Bus außerhalb Deutschlands unterwegs. Es wird Zeit zurückzkehren. Sie besuchen ein letztes mal Nas und Helena, kaufen ein letztes mal im Supermarkt ihrer Wahl ein, essen ein letzten mal ihr Lieblingsdesert und gönnen sich ein Abendessen im Restaurant.

Am Morgen des 07.01 essen sie mit Nas und Helena Frühstück, erledigen noch ein paar Dinge und fahren mit dem schlafenden Anton los. Sie sind wieder on the road. Die Landschaft zieht an ihnen vorbei. Ein Hoch auf die guten Straßen in Zypern. Die Nacht verbringen sie auf der Fähre, die sie von Girne nach Tarsus bringt. Mit dem Auto werden sie die Türkei durchqueren und einen Stopp in Istanbul, wo sie sich mit Eric verabredet haben, machen. Dann fahren sie nach Bulgarien über Sofia. Als nächstes nach Serbien über Belgrad. Von dort aus nach Ungarn durch Budapest. Dann durch Österreich und nach Deutschland an München vorbei nach Köln.

Weihnachten und co.

Weihnachten und co.

Am 23.12 verlassen sie Stone Castle. Gerlinde kommt zu Besuch und wenige Tage später werden Christian, Stephie und Henriette anreisen. Die kleine Familie holt Gerlinde vom Flughafen in Pafos ab. Nach einer ausgiebigen Begrüßung fahren sie gemeinsam nach Larnaka, wo sie sich für die nächsten paar Tage in eine Wohnung einquartiert haben.

„Da sind sie!“, ruft Anna als sie in Larnaka reinfahren. Die Flamingos tummeln sich im Salzsee von Larnaka, stecken ihre Köpfe ins Wasser und staksen mit ihren langen Beinen gekonnt durchs Wasser. Ihre Wohnung liegt direkt am Strand, ist etwas steril, blendend weiß, sehr klein aber geräumig. Hier verbringen sie die ersten Weihnachtstage: sie packen Gerlindes Geschenke aus und feiern ein so ganz und gar nicht typisches Weihnachtsfest am Meer und in der Sonne.

Am 26.12 wechseln sie die Wohnung, fahren zum Flughafen in Larnaka und nehmen Christian, Stephie und Henriette in Empfang. Der müde Anton verwandelt sich in ein aufgeregtes Würstchen als er die vielen Rollkoffer, die von den Menschen gezogen werden, sieht. Und als er die lange Treppe entdeckt, ist er ganz aus dem Häuschen. Wenig später treffen sie sich alle in der Wohnung, die um einiges größer, verwinkelter, kälter, älter, bunter und abwechslungsreicher ist als die andere. In den darauffolgenden Tagen fahren sie an den Strand, gehen auf Spielplätze, machen Fotos von den Flamingos und verbringen gemütliche Abende im Wohnzimmer – auch am Silvesterabend. Alle sind gut drauf, nur der kleine Anton ist nicht ganz auf der Höhe. Er bekommt drei Zähne gleichzeitig, weswegen er etwas an Durchfall und Müdigkeit leidet.

Stone Castle

Stone Castle

Ihr Morgen beginnt mit einer ausgedehnten Yoga- und Schwimmeinlage. Danach fahren sie zu ihren Workaway-Hosts, die in der Nähe von Paphos eine Blumen- und Microgreens Farm betreiben. Annelie und Edwin kommen aus Südafrika und leben schon eine Weile in Zypern. Die kleine Familie ist sich erst unsicher ob sie bleiben sollen. Aber Annelie überzeugt sie und so vergehen fast zwei Monate, in denen sie kleine Gewächshäuser zum Schutz der essbaren Pflanzen bauen, helfen einen Bungalow zu bauen, für alle zu kochen, bohren, schrauben, sägen und Holz streichen. Sie lernen langweilige und interessante Menschen kennen. Einige von ihnen schließen sehr ins Herz. An den Nachmittagen fahren sie zum Strand und manchmal zum Supermarkt. Anton lernt auf der Farm schließlich sicher zu laufen und entdeckt die bunte Welt eines chaotischen Lebens.

 

 

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Salzsee, Papayas und Frösche

Salzsee, Papayas und Frösche

Der Morgen beginnt turbulent. Anna muss kacken aber die Toiletten sind noch zu und die ersten Badegäste sind bereits da. Es gibt einen Hang, der mit Büschen bewachsen ist, hinter dem Parkplatz. Philipp hält mit Anton Wache während Anna mit flinken Füßen den Hang hinauf geht und sich hinter einem großen Busch versteckt. „Ich sehe dich nicht“, ruft ihr Philipp zu. „Sehr gut“, erwidert sie erleichtert.

Sie fahren weiter nach Larnaka. Am Salzsee von Larnaka ist eine Tante von Mohammad dem Propheten vom Esel gefallen. An diesem Unglücksort wurde ihr zu ehren eine Moschee errichten. Genau dort halten sie sich während der Mittagszeit auf und lassen Anton auf dem Teppich der Moschee toben.

Sie halten kurz vor Limassol an einer Fischtaverne direkt am Meer. Es gibt grüne Wiesen, Papaya Pflanzen, eine kleine Sandstrandbucht und Cypress Coffee, der dem griechischen Kaffee sehr ähnelt aber nach Meinung der Zyprioten ganz anders ist. Sie essen, lassen Anton auf der Wiese spielen und ihn Stühle hin und her rücken bis in den Abend hinein. Auf dem Gute-Nacht-Spaziergang hält sich Anton länger wach als gedacht und so laufen sie die Einfahrt auf und ab, beobachten die Frösche, die den Weg überqueren und erzählen bis Anton eingeschlafen ist.

Agia Napa

Agia Napa

Die Fahrt geht weiter in den Südosten der Insel nach Agia Napa wo es kleine Buchten und Höhlen gibt. Als sie ankomen, schauen sie sich erst mal das kleine Schutzgebiet Kap Greco an und halten Ausschau nach einem Schlafplatz für die Nacht. Leider werden sie nicht richtig fündig und so fahren sie erst mal zum Konnos Strand etwas nördlich vom Kap. „Man ist das voll“, sagt Anna enttäuscht. Der Strand ist kaum zu sehen so voll gepackt ist er mit Menschen und Liegestühlen. Sie setzen sich in die hinterste Ecke, da wo Schatten ist und lassen Anton im Sand und zwischen den Liegestühlen spielen. Am späten Nachmittag fahren sie an einen Aussichtspunkt für die Höhlen und bleiben dort für die Nacht. Sie fliegen mit der Drohne und gehen in diesem wunderbaren klaren und azurblauen Wasser baden. Es ist herrlich. Noch schnell hinter dem Bus abduschen bevor die Sonne weg ist und rasch in den Bus dem kalten Wind entfliehen.

Am nächsten Tag beschließen sie noch einen Strandtag einzulegen. Leider sind sie so beschäftigt – Windeln waschen, Höhlen begutachten, Anton beruhigen und schlafen – dass sie erst zur Dämmerung am Strand ankommen. Der Strand ist schon leer. Sie kochen und bleiben den restlichen Abend im Bus.

 

Nordzypern gibt es eigentlich nicht

Nordzypern gibt es eigentlich nicht

Nachdem sie eine Nacht am Golden Beach verbracht haben, fahren sie weiter nach Famagusta, wo sie über die Grenze in die Republik Zypern fahren wollen. Sie kommen schnell vor ran und sind am Vormittag in Famagusta. Da sie Lust auf einen Stadtspaziergang haben und Mittagessen gehen wollen, machen sie einen Abstecher in die Altstadt von Famagusta. Sie besuchen eine große Kathedrale, die sich als Moschee entpuppt und von außen um einiges pompöser aussieht als von innen. Sie lassen sich nicht von den ersten besten Restaurant-Werbemachern einfangen, sondern wählen ein kleines verstecktes Restaurant, in dem es Hausmannkost gibt und lassen ihren Ausflug in sehr netter und froher Gesellschaft ausklingen.

Am Grenzübergang angekommen, werden sie nicht durchgelassen. „You are illegal!“, sagt der Grenzbeamte. „Sorry, what?“, erwidert Philipp entgeistert lachend. „Girne is an illegal port of entry“, fährt er mit seiner auswendig gelernten Militärsprache fort. Seine Erklärung: Bevor sie in die Republik Zypern reisen, müssen sie einen britischen Militärstützpunkt durchqueren. Großbritannien kennt Nordzypern nicht als Land an. „North Cyprus does not exist. You must go to Nicosia“. Immerhin gibt es eine Möglichkeit für die kleine Familie auf die andere Seite zu kommen. In Lefkosia – Nicosias Stadtname auf der nordzyprischen Seite – sind sie innerhalb einer Minute auf der anderen Seite der geteilten Insel Zypern. „Wow das ging ja flott. Haben wir überhaupt Stempel bekommen?“, fragt sich Anna mehr oder weniger selbst. Nun geht die Suche nach einem Schlafplatz los. Sie fahren, fahren, fahren und fahren nochmal im Kreis und gelangen am Ende an einen grünen Park mit einem irgendwie gemütlichen Parkplatz. Sie sind durch und haben keine Muse etwas zu kochen. Sie tigern los, fragen sie durch und essen am Ende asiatisch – eher schlecht – und gönnen sich Kuchen und Brownies aus einer sehr exquisiten Konditorei. Auf dem Weg zum Bus entdeckt Anna einen Schuhmacher und lässt sich die kaputte Schnalle an einem ihrer Birkenstocks reparieren. Als sie den Bus erreichen, schläft Anton bereits und die anderen Beiden fallen ebenfalls müde ins Bett – natürlich erst nachdem sie ihren dekadenten Kuchen verspeist haben.

 

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