Die perfekte Reiseroute für Familien, die ein Abenteuer suchen. 3 Wochen und 5 Highlights aus Kultur und Natur inklusive.

Die perfekte Reiseroute für Familien, die ein Abenteuer suchen. 3 Wochen und 5 Highlights aus Kultur und Natur inklusive.

Ihr wollt als Familie nach Bolivien reisen? Ihr braucht Tipps und am besten einen persönlichen Erfahrungsbericht für eine Reiseroute durch Bolivien? Ihr wollt viel sehen, euch aber nicht überfordern? Dann seid ihr hier genau richtig.

Reiseroute durch Bolivien, Tarabuco Markt

In diesem Beitrag stelle ich euch unsere Reiseroute durch Bolivien vor. Wir waren Ende 2019/Anfang 2020 für drei Wochen in Bolivien als Backpacker – also mit Rucksack, Bus und Flugzeug – unterwegs. Anton ist während der Reise zwei Jahr alt geworden, ich war im dritten Monat schwanger und kurz vor unserer Abreise ist Evo Morales ins Excil gegangen und es gab zahlreiche Unruhen im Land. Also beste Startbedingungen für ein Abenteuer in luftigen Höhen.

Hier erfahrt ihr ob unsere Reiseroute für uns als Familie funktioniert hat, welche Reiseziele auf der Route lagen, für welche Transportmittel wir uns entschieden haben, ob wir uns sicher gefühlt haben und was wir anders machen würden.

Warum wir uns kein Auto gemietet haben?

Mit dem Bus günstig fahren und mehr sehen

Es ist ein erinnerungswürdiges Erlebnis und ein einmaliges Abenteuer Bolivien mit dem Bus zu bereisen. Die Fahrten sind oft rasant, besonders dann wenn es kurvig bergab geht, denn dann geben die Fahrer erst recht Gas und zeigen, dass auch ein alter klappriger Bus sich enorm in die Kurven legen lässt. Bergauf geht es meistens eher schleppend vorran, dafür kommen eventuell spektakuläre Überholmanöver zustande. Wenn dann noch die Straßen sehr schmal sind, der Hang unmittelbar neben der Straße steil hinab fällt, hat Mensch den Jackpot des Nervenkitzels gezogen (siehe Todesstraße Bolivien).

Wer mit dem Bus durch Bolivien fährt spart Geld – denn Bus fahren ist günstig -, sieht mehr vom Land, kann Llamas und Vicunas während der Fahrt entdecken und hat die Chance Bolivianer*Innen kennenzulernen.

Die Busfahrten sind allerdings oft lang und auch bei der Wahl der Buskompanie sollte Mensch ein Auge drauf haben. Manche Busse haben undichte Fenster, sind alt, schmutzig, laut, unbequem und unsicher. Andere sind neu, modern und sehr bequem. Und alle anderen erfüllen ein gewisses Maß an Sicherheit und lassen keinen Regen, der in der Regenzeit gerne mal heftig vom Himmel fällt, hinein. Es gibt also eine bunte Mischung und Mensch hat die Qual der Wahl. Wir haben gute Erfahrungen mit der Buskompanie Emperador und Trans Titicaca gemacht.

Wir haben uns nicht getraut Strecken zu fahren, die länger als fünf Stunden dauern, und auch Nachtfahrten mit Bus haben wir gemieden. Wir waren uns unsicher, ob uns die langen Busfahrten mit einem Kleinkind nicht zu sehr strapazieren und wir unsere geplante Reiseroute so eventuell nur mit Stress und starker Müdigkeit meistern würden. Daher haben wir nur kürzere Strecken unserer Reiseroute mit dem Bus zurückgelegt: Sucre – Potosí, Potosí – Uyuni. Auf diesen Busfahrten haben wir sympathische Menschen kennengelernt, haben Llama gesehen, konnten den stetigen Wandel der Landschaft beobachten und auch für ein paar Stunden schlafen. Anton saß bei Philipp auf dem Schoß und hatte Freude daran rauszugucken und ist bei dem Geschuckel und Gebrumme vom Bus ohne Probleme eingeschlafen.

Mit dem Flugzeug schnell von Ort zu Ort

Flüge sind wesentlich teurer als Busfahrten. Dafür ist Mensch mit einem Flugzeug schneller und komfortabler unterwegs. Und wer mit einem Kleinkind reist, bevorzugt eventuell genau diese Reiseeigenschaften. Der Nachteil am Fliegen ist, dass Mensch weniger vom Land sieht, das Kind eventuell an Ohrenschmerzen leidet weil es den Druck nicht ausgleichen kann, und die Reise zu teuer wird.

Wir sind von Santa Cruz nach Sucre (13-stündige Busfahrt vs. 40 Minuten Flugzeit), von Uyuni nach La Paz (10-stündige Busfahrt vs. 40 Flugzeit) und von La Paz nach Santa Cruz, was Teil unseres Rückfluges war, geflogen. Das hat uns zwar etwas Geld gekostet, uns aber auch Zeit verschafft.

Mit dem Auto unabhängig sein

Der Reiz am eigenen Auto ist es unabhängig in der Gestaltung der Abfahrts- und der Pausenzeiten sein zu können. Leider vergeht einem recht schnell die Lust am Auto fahren wenn Mensch sich die Fahrzeiten in der Navigation anschaut. Da befinden sich die Zahlen oftmals erst im zweistelligem Bereich wenn Mensch der Planung der Reiseroute in Bolivien beginnt.

Die Wege in Bolivien sind weit, nicht nur wegen der Kilometer sondern auch wegen der Höhenmeter, die zurück gelegt werden müssen. Insbesondere die sehenswerten Orte liegen oft weit von einander entfernt oder liegen auf der anderen Seite einer Bergkette. Wer sich ein Auto mietet, muss diese Kilometer selber fahren. Für uns war dieser Fakt ausschlaggebend. Wir konnten uns nicht vorstellen wie wir diese vielen Stunden hinterm Steuer mit Anton auf der Rücksitzbank überstehen hätten sollen.

Wir haben auf Taxis und Uber zurückgegriffen wenn wir uns innerhalb von Städten fortbewegt haben. Strecken zwischen Flughafen und Unterkunft oder Unterkunft und Busbahnhof haben wir uns unkompliziert kutschieren lassen. Anton saß auf dem Schoß, denn ob es Kindersitze gegeben hätte, wissen wir nicht. Danach haben wir gar nicht erst gefragt.

Wie haben wir uns während der Reise gefühlt?

Wir haben uns willkommen und sicher gefühlt. Wir haben keine Situation erlebt, in der wir uns bedroht, bedrängt oder unsicher gefühlt haben. Anton hat manchmal abwehrend reagiert oder sich versteckt weil er oft sehr lange angeschaut, angefasst oder direkt angesprochen wurde.

Da wir bereits auf anderen Reisen erfahren haben, dass der Umgang mit Kindern in anderen Ländern weniger distanziert und freudiger ist als in Deutschland, war es für uns nicht neu, dass wir angesprochen, angestarrt, angelächelt und kommentiert werden. In Georgien und im Iran haben sie Anton oft direkt vom Arm genommen ohne zu fragen, oder ihm ungefragt ins Gesicht gefasst, in die Backen gekniffen oder auch einfach weggetragen um ihn rumzuzeigen. So etwas ist uns in Bolivien nicht passiert.

Trotzdem hört Mensch von Überfällen und Diebstahl. Daher haben wir auf unseren Ausflügen ein paar Geldscheine in die Hosentaschen gesteckt – anstatt die ganze Geldbörse mitzunehmen – und die Kamera in einer unscheinbaren Stofftasche gepackt. Auf Busfahrten und Flugrreisen haben wir alle Wertsachen im Handgepäck verstaut.

Welche Ziele lagen auf unserer Reiseroute?

Mein Ziel war es den Salar de Uyuni zu sehen. Da ich bereits Erfahrung mit der Höhenkrankheit auf dem Kilimanjaro gemacht hatte, wusste ich was eventuell auf mich zu kommen könnte und wollte dies vermeiden. Daher war mein Anliegen mich langsam an die hohen Höhen, die majestätisch auf einen in Bolivien warten, anzupassen. Unsere Reiseroute ist daher auf eine stetige Akklimatisierung mit zunehmender Höhenlage der Reiseziele abgestimmt.

Ostbolivianisches Flachland

Unsere Reiseroute beginnt in Santa Cruz, wo wir drei Nächte in einer Unterkunft übernachten und uns an die Zeitumstellung anpassen. Wir machen kurze gemütliche Ausflüge, landen beim Arzt wegen Philipps Ohrenschmerzen, versuchen vergeblich ein vegetarisches Restaurant zu finden, welches fußläufig erreichbar ist, und überlegen hin und her ob wir nach Samaipata fahren.

Im Herzen Boliviens

Wir waren nicht in Samaipata, leider. Es wäre aber ein lohnenswertes Ziel, welches für Reisefamilien in einer anderen Konstellation und Lebenslage – beispielsweise ältere Kinder, nicht schwanger, keine durchzächten Nächte -, noch mit eingebaut werden könnte. Das nächste Ziel auf unserer Reiseroute ist Sucre, Boliviens heimliche Hauptstadt, in der vier Tage verbracht haben. Mit Spaziergängen, Café- und Restaurantbesuchen und Ausflüge auf Märkte haben wir uns den Aufenthalt versüßt und die Frühlingshaften Temperaturen und die noch mit ausreichend Sauerstoff gefüllte Luft geatmet.

Unterwegs auf dem Altiplano, zwischen zwei Andenketten

Unser Weg führt weiter nach oben, nach Potosí, wo wir drei Nächte bleiben. Wir hatten vier Tage eingeplant. Jedoch hat uns die Kälte und die Höhe in die Knie gezwungen. Daher sind wir spontan 400 Höhenmeter tiefer nach Uyuni gefahren, wo wir zwei Nächte bleiben. In Uyuni haben wir eine Tagestour auf dem Salar de Uyuni gemacht und das war der Hammer. Danach lag La Paz auf unserer Reiseroute. Hier blieben wir insgesamt sechs Nächte. Zwischendurch haben wir die Isla del Sol am Titicaca See, wo wir zwei Nächte waren, besucht. Das war zu kurz. Ein weitere Nacht am See hätte den Aufenthalt entzerrt. Unser Rückreise beginnt in La Paz und hatten wir zeitlich mit unserem Rückflug von Santa Cruz abgestimmt.

Was würden wir anders machen?

Ich empfehle euch, falls ihr zur Isla del Sol fahrt, mindestens drei Nächte dort zu bleiben, da die Anreise recht aufwändig ist. Wenn es euch nicht zur Isla del Sol verschlägt, empfehle ich stattdessen einen Ausflug von La Paz nach Rurrenabaque und Coroico.

Potosí ist besonders interessant wegen der Minen, die Mensch mit einer geführten Tour besuchen darf. Ich und Anton haben nicht daran teilgenommen, da dies mit Kindern nicht zu empfehlen ist. Für Philipp war das allerdings eines der Highlights und ein einmaliges Erlebnis auf der Reise. Ich persönlich würde Potosí als Familie überspringen und stattdessen andere Zwischenstopps einlegen.

Fuerte de Samaipata, eine Runinenstätte der Inkakultur, und den Amboro National Park mit seinen zahlreichen Wasserfällen und einzigartigen Ökosystemen, die hier aufeinander treffen, besuchen. Für diese Reiseziele, die westlich von Santa Cruz liegen, könntet ihr euch ein Auto mieten.

Santa Cruz war für mich persönlich wenig besonders aber die warmen Temperaturen und geringen Höhenmeter haben uns das Ankommen in Bolivien erleichtert. Und wer in Santa Cruz gewesen ist, hat eine andere Seite Bolivien kennengelernt, denn zwischen dem Osten und dem Westen des Landes liegen große Unterschiede.

Weitere Informationen zu Bolivien Reisetipps und Reiserouten findet ihr hier:

Sonne-Wolken Reiseblog

Along Dusty Roads Travel Blog

Titicaca See und Isla del Sol – ein Kurztrip

Titicaca See und Isla del Sol – ein Kurztrip

Mit 8288 m² ist der Titicaca See der zweitgrößte Süßwasser See Südamerikas und bei einer Höhe von knapp 3800 Meter der höchste gelegene schiffbare See der Welt. Der See befindet sich auf bolivischem und peruanischem Staatsgebiet. Er ist ein sehr beliebtes Reiseziel und heilig dazu: der erste Inka wurde vom Sonnengott Inti auf die Insel Isla del Sol geschickt. Damit gilt die Isla del Sol als Geburtsstätte der Inka. So die Legende. Auf den vielen Inseln des Titicaca Sees haben die Inka ihre Spuren hinterlassen. Die Isla del Sol ist die größte Insel und beherbergt zahlreiche archäologische Inka-Stätte und Ruinen. Und in der Stadt Copacabana am Ufer des Titicaca Sees können Menschen ihre Autos zum Schutz segnen lassen.   

Am Ufer des Titicaca Sees in Copacabana – es ist Sonntag

Wegen des starken Bevölkerungsandranges rund um den Titicacasee ist in den letzten Jahren der Wasserpegel gesunken. Überweidung, die Einleitung der Abwässer aus den Städten und von Schwermetallen aus den Minen mindern die Wasserqualität und verschmutzen den See zunehmend. Diese Auswirkungen veranlassten die Regierungen ein Schutzgebiet einzurichten. Außerdem gehört der See mit zu den Ramsar Schutzzonen.

Was ihr auf der Isla del Sol machen könnt

Es gibt einen wunderschönen Wanderweg, der von der Nordseite der Insel auf die Südseite der Insel führt, vorbei an Inkaruinen, wunderschönen Buchten mit weißen Stränden, scharfkantigen Felsformationen und Aussichtspunkten hinter jeder Kurve.  

Der Wanderweg über die Insel
Nordseite der Insel

Wie ihr zur Isla del Sol kommt

Von La Paz aus nehmt ihr einen Bus vom Busbahnhof Terminal de Buses Lapaz (Av. Peru). Wir sind 8 Uhr mit dem Busunternehmen Titicaca gefahren. Zwei Stunden dauert der erste Teil der Strecke, der euch durch El Alto führt und euch kurvig bergauf bis zur ersten Bootsüberfahrt bringt. Alle müssen den Bus verlassen, da es bereits Unfälle bei den Überfahrten gab. Der Bus fährt auf einer kleinen Fähre ans andere Ufer während wir und die anderen Mitreisenden separat mit einem Boot gefahren werden. Wir nehmen unsere Wertsachen mit, den Rest des Gepäcks lassen wir im Bus.

Schnellboot für die Passagiere
Auf den Bus warten

Danach geht es für weiter 1,5 Stunden mit dem Bus weiter, an alten landwirtschaftlichen Strukturen aus der Inka Zeit, die sich in den Hängen zeigen, vorbei und mit wahnsinnigen Blicken auf den riesigen Titicacasee, der wie ein Meer in der Landschaft liegt, bis nach Copacabana. Hier haben wir 1,5 Stunden Aufenthalt, die wir für ein Mittagessen in einem der Restaurants direkt am See nutzen, bis wir mit einem Boot zur Isla del Sol fahren, was weitere 2,5 Stunden dauert.

Überfahrt zur Isla del Sol

Wir steigen an der letzten Haltestelle, die das Boot anfährt, aus und laufen 30 Minuten bis wir bei unserer einsamen Unterkunft ankommen.

der Weg zur Unterkunft
eine einsame Bucht auf der Nordseite der Insel

Was ihr in Copacabana machen könnt

Wer einen längeren Aufenthalt, entweder auf dem Hin- oder Rückweg, in Copacabana hat, der kann sich die Catedral de Copacabana anschauen, in der die erste indigene Jungfrau steht. Sie gilt als die Schutzheilige des Titicacasees. Vor der Kathedrale gibt es einen riesigen Andrang von Menschen, die die Kathedrale besuchen wollen, und von Menschen, die mit ihren Autos in einer langen Warteschlange stehen und darauf warten ihre neu erworbenen vierrädrigen Schätze segnen zu lassen. Es ist ein feierlicher Akt, der sehr ernst genommen wird. Neben diesem erlebnisreichen Spektakel können Wanderfreunde den Berg El Calvario (4018 Meter), der einen fantastischen Blick über die Landschaft und der Bucht von Copacabana bietet, besteigen. Ohne Pausen seid ihr hier ungefähr eine Stunde unterwegs und überwindet 230 Höhenmeter.

Catedral de Copacabana

Was ihr auf die Isla del Sol mitnehmen müsst

Falls ihr auf der Nordseite der Insel übernachtet, müsst ihr euch komplett selbstversorgen. Essen für Frühstück, Mittagessen, Abendessen und Snacks für zwischendurch, Wasser und andere Getränke, Streichhölzer oder Feuerzeug, Handtücher und Toilettenpapier. Ihr könnt die Fischer fragen ob ihr ihnen einen Fisch abkaufen könnt. Macht ein Lagerfeuer und grillt den Fisch darüber. Spitzenmäßig.

Wo wir übernachtet haben

Wir haben auf der Nordseite der Insel übernachtet. Die meisten Reisenden bleiben auf der südlichen Seite der Insel daher ist die Nordseite ruhiger, weniger touristisch und einfach einsamer.

Unsere Unterkunft

Wie und wohin wir weitergereist sind

Wir sind zurück nach La Paz gefahren.

La Paz – mehr als nur ein Zwischenstopp

La Paz – mehr als nur ein Zwischenstopp

La Paz liegt in einem Tal zwischen knapp 3000 und 4100 Höhenmetern (einschließlich El Alto) und ist umgeben von spitzen Felsen und 6000 Meter hohen schneebedeckten Bergen. El Alto schließt direkt an La Paz an und ist seit einigen Jahren eine eigenständige Stadt, die sich in den oberen Höhenmetern des Kessels erstreckt und inzwischen mehr Einwohner zählt als La Paz.

Wer hier herkommt wird diese Stadt nie mehr vergessen. Die Lage, der Verkehr, die Diversität der Bevölkerung, die parallele Existenz von Tradition und Moderne, die Anordnung der Häuser, die kleinen verkehrsfreien Gassen mit bunten Häusern (Calle Jaén), die Hochhäuser und Villen im Tal, die roten Ziegelhäuser an den steilen Hängen und diese Seilbahn, die über die Gebäude hinwegzieht und das Ziel hat die unterschiedlichen Lebenswelten zu verbinden ergeben ein überwältigendes Bild. Wenn das nicht genug wäre, wacht stets der mächtige Berg Illimani ruhig über das chaotische Stadtleben.

La Paz ist außerdem Ausgangspunkt für verschiedene andere Ort wie Coroico, der Titicacasee, Inca Wanderwege wie der Takesi Trail, die Todesstraße oder Rurrenabaque. Die Stadt selbst hat jedoch auch einiges zu bieten.   

Was ihr in La Paz machen könnt

Diese Karte zeigt euch alle Orte, an denen wir gewesen sind bzw. die uns empfohlen wurden, auf einen Blick.

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Wir haben die Tour mit Mi Teleferico zweimal gemacht. Einmal reicht aber auch. Wir sind bei der gelben Linie an der Station Estación Teleferico Sopocachi gestartet.

Blick nach Sopocachi

Wir sind bis zur Endstation der gelben Linie gefahren und haben dann auf die graue Linie gewechselt. Die graue Linie führt über El Alto am Hang entlang. Diese Strecke erlaubt einen Einblick in die riskante Lage einiger Häuser und Blicke in den tief zerfurchten und steilen Hang. In einer der Spalten des Hanges könnt ihr beim genauen hinschauen ein Auto entdecken.

El Alto

Am Ende der grauen Linie steigt ihr in die rote Linie um. Der Umstieg in die rote Bahn bringt euch wieder hinab in Richtung Tal. Ihr fahrt an dem bunten Viertel El Altos und am Friedhof vorbei.

das bunte Viertel

Am Ende der roten Linien sind wir in die orangene Linie gestiegen, dann in die weiße, welche zwischen den Hochhäusern pendelt, danach sind wir noch zwei Stationen mit der blauen und am Ende nochmal eine Station mit der gelben Linie gefahren.

Blick auf die Zona Sur
Hochhäuser in der südlichen Zone

Diese Tour hat ca. zwei Stunden gedauert. Eine Mi Teleferico Tour lässt sich sehr gut mit kleinen Abstechern kombinieren. Ihr könnt zwischendurch aussteigen und euch El Alto (Estación 16 de Julio) anschauen oder auch den großen Cementerio General (Estación Teleferico Cementerio).

An der Station Estación Teleferico Cementerio sind wir ausstiegen, um den Cementerio General zu besuchen. Achtung der Friedhof hat nur bis 17 Uhr geöffnet. Wir hatten Glück und durften noch hinein. Es lohnt sich sehr hier einen Stopp einzulegen. Die Wände sind Kunstwerke und die Gräber in Blöcken angeordnet. Wer die Chance hat am Dia de los Muertos in La Paz zu sein, besucht am besten an diesem Tag den Friedhof.

Die Gräber des Cementerio General
Kunstwerke an den Wänden

Ein Besuch auf den Mercado de las Brujas (Hexenmarkt) und dem Mercado Rodriquez – dem größten Nahrungsmittelmarkt in La Paz – lohnt sich ebenfalls sehr. Wenn ihr mit der Seilbahn fahren wollt, steigt ihr an der Estación Central (rote Linie) aus. Der Hexenmarkt ist ein heiliger Ort und eine riesige Attraktion für Reisende. Seit respektvoll und lasst die Kamera lieber in der Tasche, wenn ihr über den Markt schlendert und euch die getrockneten Lama Föten anschaut.

Mercado Rodriquez

Für Souvenir Shopping lauft ihr von der Iglesia de San Francisco die Calle Sagarnaga hinauf. Hier gibt es viele Cafés, Restaurants, Touragenturen und Souvenirläden, welche unverfehlbar sind. Wir waren in der Calle Linares zum Einkaufen von Kleidung. Generell haben wir beim Einkaufen ein bisschen gehandelt und nachgefragt aus welchem Material die Kleidung gemacht wurde. Wer bei der Qualität sicher gehen möchte und gerne bei einem fairem und transpartem Unternehmen einkaufen will, der besucht am besten den Laden ComArt Tukupaj (Linares 862). Die Einnahmen gehen direkt an die HerstellerInnen. Es ist ein sehr schöner Laden.

Souvenirs in Calle Linares zwischen Iglesia de San Francisco und Hexenmarkt

Eine spektakuläre Aussicht bekommt ihr im Parque Mirador Laikakota (nächste Mi Teleferico Station: Estación Teleferico Sopocachi). Es gibt einen Spielplatz und Bänke. Wer bis zum Ende des Parks läuft, hat den besten Blick auf die Stadt und den Illimani. Ein anderer Aussichtspunkt ist der Mirador Killi Killi (Av. la Bandera), von welchem ihr einen nahezu 360° Blick über die Stadt habt. Im Stadtteil Sopocachi könnt ihr den Plaza del Montículo (Presbítero Medina 2421) besuchen. Hier gibt es einen schönen Weg unter Bäumen entlang, an verzierten Torbögen, Gedenksteinen und Skulpturen vorbei. Es ist ein romantischer Ort um den Blick auf die Berge, Felsen, El Alto und den südlichen Stadtteil (Zona Sur) zu genießen.

In El Alto kommt ihr nicht nur in den Genuss einer unglaublichen Aussicht auf La Paz, sondern könnt auch den größten Markt in ganz Bolivien, den Freiluftmarkt (Mercado del Alto) besichtigen. Dieser Markt findet jeden Donnerstag und Sonntag statt. Durch den hohen Anteil indigener Völker – hauptsächlich Aymara – in El Alto werdet ihr als Touristen stark auffallen. El Alto gilt nicht als gefährlich aber wie in jeder großen wuseligen und vollen Stadt, solltet ihr eure Wertgegenstände nicht offen mit euch herumtragen. Ein paar Geldscheine in der Hosentaschen Griff bereit haben, Handy und Geldbeutel am besten in den Rucksack oder in der Umhängetasche verstauen, Kamera lieber nicht permanent um den Hals baumelnd tragen.

Freiluftmarkt in El Alto

Eine weitere Attraktion in El Alto ist das berühmte Cholita Wrestling welches jeden Sonntag in El Alto’s Multifunctional Center (Polifunctional de la Ceja) stattfindet. Es kämpfen Aymara Frauen in ihren traditionellen Kostümen gegeneinander oder gegen Männer. Die Zuschauer feiern ihre Cholitas und haben einen Riesenspaß an der Show.

Cholitas in ihren traditionellen Kostüm auf der Calle Sagarnaga

Natürlich könnt ihr euch auch die historischen Gebäude und Kirchen im Zentrum von La Paz anschauen wie die Iglesia de San Francisco, welche eine der wichtigsten und geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeit in La Paz ist, oder die Catedral Basilica Menor de Nuestra Senora de la Paz, welche eine der beeindruckendsten religiösen Gebäude in La Paz darstellt. Die Kathedrale befindet sich an der Ecke des belebten Plaza Murillo, der sich ebenfalls für einen Abstecher lohnt.

Wer klettern gehen will, ist in La Paz genau richtig. Wir hatten unsere eigene Ausrüstung dabei, daher können wir leider keine Auskunft darüber geben inwiefern es Klettertouren gibt oder wo ihr euch eine Kletterausrüstung ausleihen könnt. Wir teilen hier nur den Ort, an dem wir waren. Wir sind mit dem Mi Teleferico und Taxi zum Aranjuez Tal in gefahren. Dort gibt es rote hohe Felsen, in denen ihr viele Menschen klettern sehen werdet.

Kletterfels im Tal von Aranjuez

Ansonsten haben wir Spaziergänge gemacht, sind Essen gegangen und haben Cafés besucht. Wir legen euch einen Besuch im Café Typica in der Av. 6 de Agosto sehr ans Herz. Es hat einen großen Außenbereich, der von Bäumen beschattet wird, und einen sehr stilvoll eingerichteten Innenraum über zwei Etagen. Das Avocado Sandwich, der Kaffee und der Kuchen ist sehr zu empfehlen.

Kicker im Café Typica in der Av. 6 de Agosto

Was ihr rund um La Paz machen könnt

Die Landschaft rund um La Paz hat so einige skurrile Gesteinsformationen zu bieten wie den Muela del Diablo oder das Valle de la Luna. Beides sind lohnenswerte Tagesausflüge.

Wie wir uns fortbewegt haben

Wir waren zu Fuß, mit Bus und mit Taxi unterwegs. Bei den Taxis haben wir auf bestimmte Merkmale geachtet: ein Anzeigeschild auf dem Dach, ein Stempel des Nummernschilds an der Innenseite der Türen, und ein normales Auto, welches nicht tiefergelegt oder durch anderes Tuning auffällt. Preisverhandlung haben wir vor der Fahrt abgewickelt. Die Fahrten mit den Bussen sind wesentlich günstiger als eine Taxifahrt. Dem Fahrer ruft ihr während der Fahrt zu, dass ihr an der nächsten Haltstelle aussteigen wollt. Gezahlt wird beim Einsteigen.

Wie und wohin wir weitergereist sind

Wir haben von La Paz einen Ausflug zum Titicacasee gemacht. Unsere Reise endet in La Paz. Von hier aus sind wir mit dem Flugzeug nach Santa Cruz, von wo wir den Rückflug nach Europa angetreten sind, geflogen.

Uyuni – der größte Salzsee der Erde

Uyuni – der größte Salzsee der Erde

Die Kleinstadt Uyuni – knapp 12.000 Einwohner – liegt trostlos und im Schatten des Salar de Uyuni, dem größten Salzsee der Erde. Stark angepasst an die Bedürfnisse der Touristen, ist Uyuni der Ausgangspunkt für Tages- und Mehrtagestouren auf den und rund um den Salzsee, der von farbenfrohen Lagunen, dampfenden Geysiren und schneebedeckten Vulkanen umgeben ist. Wenn es geregnet hat, verwandelt sich die Salzwüste in den größten Spiegel der Welt. Für spaßige Urlaubsbilder lädt die optische Täuschung ein: wenige Meter erscheinen wie Hunderte.

optische Täuschung

Der Salzsee befindet sich auf 3653 Höhenmetern und erstreckt sich bis zur chilenischen Grenze über eine Fläche von mehr als 10.000 km². Rund um den Salzsee führen die Anwohner ein einfaches und einsames Leben. Hier wird Salz und seit neuster Zeit auch Lithium abgebaut sowie Quinoa angebaut.

Ein Ausflug an diesen Ort ist die weite Reise wert und wird als eines der tollsten und beeindruckendsten Erlebnisse in Erinnerung bleiben – auch wenn ihr aufgrund eures geringeren Budgets, eures Zeitmanagements oder weil ihr mit Kleinkind unterwegs seid „nur“ eine Tagestour unternehmt. Der Vorteil einer Tagestour ist, dass ihr mehr Zeit und mit wenig Stress den Salzsee erleben dürft. Eine Mehrtagestour bedeutet auch sehr viel im Auto zu sitzen, was uns mit Kleinkind weniger spaßig erschien.

Eine Tour zum Salar de Uyuni

Unser Mittagessen

Wir sind nur nach Uyuni gefahren, um eine Tagestour über den Salzsee zu unternehmen. Für viele stellt sich die Frage ob sie eine Mehrtagestour machen oder ob eventuell auch eine Tagestour reicht. Wir haben uns für eine Tagestour entschieden, da uns das mit Kleinkind am sinnvollsten und angenehmsten erschien. Anton saß bei uns auf dem Schoß und hat lange gebraucht sich die Sonnenbrille, die in dieser Gegend unabdingbar ist, aufsetzen zu lassen. Für ihn ist es schwierig längere Autofahrten durchzuhalten, daher kam eine Mehrtagestour, auf der viel gefahren wird, für uns nicht in Frage.

Kiki und Nemo hatten bereits gute Erfahrungen mit der Reiseagentur Blue Line (Av Ferroviaria) gemacht, daher wählten wir diese noch einmal für eine Tagestour. Wir konnten den Preis drücken und ein besseres Zeitmanagement aushandeln. Unser Fahrer war sehr hilfsbereit, offen, flexibel und informiert. Mit Ruhe, Gelassenheit und Fahrgeschick hat er uns den Tag über begleitet.   

Was ihr unbedingt auf die Tour mitnehmen müsst

Sonnenbrille. Es ist sehr hell, die Sonne und die Reflexion auf der weißen kristallinen Fläche blenden einen so sehr, dass selbst Augen zusammenkneifen wenig bringt. Wer auf eine Sonnenbrille verzichtet, wird am Abend unter Augenschmerzen leiden.  

Sonnenhut und Sonnencreme. Die Gefahr sich zu verbrennen oder mit einem Sonnenstich nach einer Tour im Bett zu liegen ist sehr hoch. Also lieber öfter einschmieren und den Sonnenhut aufsetzen.

Wasser und Snacks. Es gibt Mittagessen und auch Wasser, aber es hilft selbst etwas dabei zu haben, da die Wassermenge meist knapp kalkuliert sind und so ein Tourentag Hunger macht.

Wie wir uns fortbewegt haben

Wir waren zu Fuß und mit Taxi unterwegs. Das Taxi haben wir zum Flughafen genommen, da dieser etwas außerhalb liegt. Wir waren etwas überrascht über den ungewöhnlich hohen Preis für diese Strecke aber die Taxifahrer zahlen eine Gebühr, um auf das Flughafengelände fahren zu dürfen. Diesen Preis legen sie auf die Fahrgäste um.

Wo wir übernachtet haben

Wir haben im Hotel Tonito (Av Ferroviaria 60) übernachtet. Es ist sauber und ruhig. Im Hoteleigenen Restaurant zaubern die KöchInnen sehr gutes Essen, welches an den westlichen Gaumen angepasst ist. Allgemein sollten Reisende wissen, dass die Preise in Uyuni teurer sind als im Rest des Landes. Hier hat der Tourismus die Preise in die Höhe getrieben. Wir haben dieses Hotel gewählt, da wir bei der Ankunft auf die Suche eines Restaurants verzichten wollten. Auch nach unserer Tour war es sehr praktisch ein Restaurant im Hotel zu haben. Das Frühstück ist vielfältig und sehr lecker. Es gibt Pancakes, Ei, Obst, Joghurt, Knuspermüsli, Haferflocken, Brot, Käse, Wurst und Marmelade. Frische Säfte, Tee und Kaffee stehen ebenfalls zur Verfügung.  

Wie und wohin wir weitergereist sind

Wir sind nach La Paz geflogen. Der Flug dauert eine Stunde und wir durften den Salar und viele Vulkane nochmal von oben bestaunen. Es gibt auch die Möglichkeit mit einem Nachtbus nach La Paz zu fahren, das ist wesentlich günstiger und kann auch sehr komfortabel sein. Unsere Freunde sind mit der Buscompany Titicaca sicher und sehr komfortabel gefahren.

Potosí – die bunte Silberstadt

Potosí – die bunte Silberstadt

Potosí liegt auf 4000 Meter über dem Meeresspiegel – also schon ordentlich hoch – am Fuße des Cerro Rico, einen kegelförmigen Berges, der einst das größte Silbervorkommen der Welt in sich trug. Die meisten kommen hier her, um die Silberminen zu besichtigen. Denn in Potosí wurde Geldgeschichte geschrieben: im 17. Jahrhundert war die Stadt so bedeutend wie London oder Paris und bis ins 19. Jahrhundert die reichste Stadt der Welt. Nun droht die prächtige Kolonialarchitektur zu verfallen.

Potosí von oben

Was ihr in Potosí machen könnt

Wir sind durch die Stadt spaziert, vorbei an bunten Häusern und prächtigen Gebäuden, haben auf dem Plaza 10 de Noviembre verweilt und Orangensaft getrunken, und sind durch die gut erhaltene Fußgängerzone geschlendert. Ihr könnt euren Spaziergang gut mit einem Besuch in den verschiedenen Kirchen (San Lorenzo, San Francisco), der Kathedrale (Catedral de la Ciudad de Potosí), oder am Arco de Cobija vorbei verbinden.

Bunte Häuser
Durch enge Straßen und Gassen spazieren

Wir haben das Haus der Währung (Casa de la Moneda, Ayacucho) besucht. Beim ersten Anlauf wurden wir weggeschickt, da die Touren bereits alle ausgebucht waren. Beim zweiten Versuch, ca. 1,5 Stunden später, mussten wir uns ebenfalls ranhalten und uns frühzeitig in der Warteschlange anstellen. Ihr seht also, dass es ein beliebtes Ausflugsziel ist. BesucherInnen dürfen nur mit einer geführten Tour durch das Museum laufen. Die Touren werden auf Spanisch gehalten und dauern 90 Minuten. Es wird die Geschichte Potosís, die Entdeckung des Silbers im Berg von Potosí und die Entwicklung der Münzen und deren Herstellung gezeigt. Auch ein Abstecher in das Museum Santa Teresa (Museo Santa Teresa, Santa Teresa 6) lohnt sich – zumindest für Menschen, die sich für Geschichte und Kunst interessieren.

Casa de la Moneda

Von Potosí aus werden Minentouren organisiert. Die Qualität dieser Touren variiert. Das Eucalyptus Hostal, in dem wir übernachtet haben, hat solch eine Tour angeboten (Koala Tours). Die Tour war sehr gut, was eventuell an der kleinen Größe der Gruppe lag. Während der Tour werden Coca Blätter, Schnaps und Wasser in einem kleinen Laden gekauft und den Minenarbeitern geschenkt. Das ist ein wichtiger Brauch, bei dem die TeilnehmerInnen weniger aufs Geld achten sollten. Für Kleinkinder ist der Besuch der Minen ungeeignet und wir raten strengstens davon ab.

Mineneingang

Wo ihr Essen gehen könnt

Die folgenden Restaurants haben uns sehr gut gefallen: Potocchi Café (am nördlichen Ende der Straße Millares) mit einer großen Auswahl an vegetarischen Gerichten und das El Empedradillo (Tarija, nördlich von der Ecke Tarija/Nogales), welches traditionelle Suppen und andere traditionelle Gerichte aus Potosí anbietet. Außerdem haben wir als Snack für Zwischendurch Pasteles con Queso – gibt es auch ohne Käse – auf dem Platz gegenüber der Iglesia San Lorenzo (Chayanta/Héroes del Chaco). Dazu gibt es Heißgetränke aus weißem und violettem Mais, die von BolivianerInnen auch gerne gemischt getrunken werden.

Hier gibt es Pasteles und Heißgetränke

Wie wir uns fortbewegt haben

Wir sind viel zu Fuß gelaufen und haben nur ein Taxi bei Ankunft und Abreise zum Busbahnhof genommen.

Wo wir übernachtet haben

Wir haben im Eucalyptus Hostal (Calle Linares 88A) übernachtet. Die Zimmer sind einfach eingerichtet, es gibt eine Küche, einen Aufenthaltsraum sowie eine schöne Dachterrasse. Die Heizung wird nur in den Abendstunden angemacht – zumindest in den Sommermonaten. Der Innenbereich ist mit grünen Platzen dekoriert. Wenn es regnet, hat es an sehr vielen Stellen hineingetropft aber nicht in den Zimmern. Die Küche ist gut ausgestattet, sauber, ordentlich und gut organisiert. Das Frühstück besteht aus Brötchen, Marmelade, Obst, Tee und Kaffee. Wer gerne Ei isst, bestellt sich einfach Rührei oder ein Spiegelei. Es gibt einen Waschservice. Der Besitzer war sehr nett, wir konnten ihn auf alles ansprechen, dabei war er sehr zuvorkommend. Er hat für uns beispielsweise die Heizung früher angemacht so dass wir es auch nachmittags warm hatten. Die Nächte waren ruhig. Wir waren mit dieser Unterkunft sehr zufrieden.

Wie und wohin wir weitergereist sind

Wir sind mit dem Bus nach Uyuni gefahren, und zwar mit der Buscompany Emperador, welche einen wesentlich besseren Bus besaß als die Vorige, die uns von Sucre nach Potosí gebracht hatte. Es gibt zwei Busbahnhöfe, den Nueva Terminal de Buses und den Antigua Terminal de Buses. Die Busse nach Uyuni fahren vom alten Busbahnhof (Antigua Terminal de Buses), der nordwestlich vom Zentrum liegt, ab.  

Sucre – eine der schönsten Städte Boliviens

Sucre – eine der schönsten Städte Boliviens

Sucre ist weiß. Sucre strahlt. In Sucre darf Mensch gerne eine Weile verweilen. Die auf knapp 2800 Meter über dem Meeresspiegel liegende Hauptstadt Boliviens wartet mit prachtvollen und verzierten weißen Gebäuden, in denen Geschichte geschrieben wurde, auf. Neben den Kirchen, Palästen und anderen historischen Gebäuden, gibt es zahlreiche Cafés und Restaurants, in denen Mensch das Treiben auf den Straßen beobachten kann, sowie Saftläden oder auch kleine Straßenstände, an denen frischgepresster Orangensaft verkauft wird. Wir haben den historischen Gebäuden, in die wir meistens eher durch Zufall hineingestolpert sind, weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Wir haben uns treiben lassen, sind durch die Straßen spaziert, haben unsere Tage mit Säften, Kuchen und gutem Essen versüßt, und haben das irgendwie romantische Leben dieser Stadt aufgesaugt. Lest weiter und erfahrt mehr über unsere Aktivitäten, Empfehlungen und mehr.

Catedra am Plaza 25 de Mayo

Was ihr in Sucre machen könnt

Unser Tipp: schlendert durch die Straßen, schaut um jede Ecke, macht zwischendurch eine Pause in einem Café oder kauft Säfte und Obst von den StraßenhändlerInnen, verweilt auf dem großen zentralen Platz (Plaza 25 de mayo), und besucht den zentralen Markt (mercado central).

Plaza 25 de Mayo bei Nacht

Für einen sehr guten Blick über die Stadt und für ein großartiges Erlebnis auf den Dächern Sucres laufen zu können, besucht den Templo de San Felipe (Nicolas Ortiz 165). Es ist gleichzeitig auch eine Schule. Wenn ihr die Tür mit der Klingel – sie befindet sich auf der Nicolas Ortiz – gefunden habt, klingelt und euch wird eine Dame hineinlassen falls zu den Öffnungszeiten da seid (von 9 Uhr bis 18 Uhr). Der Eintritt kostet 15 Bolivianos pro Person. Es wird sich lohnen. Auch für Kinder ist es ein besonderer Ausflug da die Dächer zum Rennen, Klettern und Hüpfen einladen.

Rauf klettern, 1 2 3 und Hop
Über die Dächer Sucres laufen

Den Mercado Central (Junin 366) besucht ihr am besten am Vormittag. Es gibt Obst, Gemüse, Gewürze, Fleisch und frischgekochtes Essen in der oberen Etage. Wir haben das Essen wieder ohne Fleisch bestellt. Wer Fleisch isst, kann hier sehr gut traditionelles bolivianischen Essen probieren. Daran denken, Finger weg vom Salat. Damit könnt ihr euch eine Magen-Darm-Krankheit einfangen.

Mercado Central
Mercado Central Chicken Street

Wir haben noch den Parque Símon Bolivar (Pastor Sainz), ein grüner Park, der nach dem Namensgeber Boliviens benannt wurde, besucht. Er ist sehr gut zu Fuß zu erreichen. Unterwegs kann Mensch sich noch den Obelisco (Plaza Libertad) anschauen. Im Park gibt es auch einen Spielplatz. In der Nähe des Parks gibt es nettes Café (Café Time&Coffee, Km 7.), die Sandwiches, Kuchen und auch sehr guten Kaffee servieren.

Parque Símon Bolivar
zum Klettern geeignet?

Was ihr in der Umgebung von Sucre unternehmen könnt

Wir haben den Markt in dem kleinen Dorf Tarabuco, welches ca. 60 Kilometer südöstlich von Sucre liegt, besucht (mercado de Tarabuco). Hier findet ihr zahlreiche Produkte wie Kleidung, Hüte, Schuhe, Batterien, Haushaltswaren, Spielzeug, Fernsehen und so weiter. Gleichzeitig dürft ihr kurz in die Lebensweise traditionell gekleideter Menschen eintauchen und eine authentische Marktatmosphäre entdecken. Denn der Markt wird für die Menschen aus der Region abgehalten, die hierherkommen, um Dinge des täglichen Bedarfs zu kaufen.

Spielzeug
Für den täglichen Bedarf

Es lohnt sich entspannt durch die Gassen zu schlendern und sich von dem Flair mitnehmen zu lassen. Am zentralen Platz könnt ihr günstiges, frischgekochtes und leckeres bolivianisches Essen bekommen. Es gibt auch vegetarische Gerichte: wir hatten das Reisgericht einfach ohne Fleisch bestellt und an einem anderen Stand haben wir ein vegetarisches Nudelgericht bekommen. Wir haben uns dazu noch ein refresco de tumbo, ein warmes Erfrischungsgetränk, gegönnt. Der Markt ist wirklich sehr sehenswert und es ist ein schönes Erlebnis zusammen mit den Menschen an einem Tisch zu sitzen und zu essen. Wir wurden mit den Worten „Gringos“ und „Gringito“ von einem alten Mann, dessen faltiges Gesicht sich während er die Worte sprach in ein freches Lächeln verwandelte, begrüßt. Die Menschen sind sehr herzlich, sollte jedoch mit Respekt behandelt werden besonders beim Fotografieren. Dieser Markt darf auf eurer Things-to-see-Liste nicht fehlen, besonders dann nicht wenn ihr in Sucre seid.

Markt in Tarabuco

Hier die harten Fakten. Der Markt findet jeden Sonntag statt und endet gegen 14 Uhr. Um genug Zeit zu haben fahrt ihr am besten 9 Uhr von Sucre los. Uns wurde zuerst eine Tour empfohlen, aber Mensch schafft das auch gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Wir haben uns ein Taxi bestellt, welches uns zur Bushaltestelle gefahren hat von wo die Minibusse nach Tarabuco abfahren. Die Bushaltestelle liegt am östlichen Rand der Stadt an der Ecke Avenida las Americas und Tupay Yupanqui (parada a Tarabuco). Wir haben 10 Bolivianos pro Person am Ende der 90-minütigen Fahrt (auch gerne mal etwas länger) gezahlt. In Tarabuco sind wir die Straße hinuntergelaufen, am Ende rechts und haben nach ein paar weiteren Metern die ersten Marktstände gesehen.

Ankunft in Tarabuco mit dem Bus – Gerade aus, am Ende rechts 🙂

Zur preislichen Orientierung: Wir haben drei Pullover, solche die einen als Tourist entlarven, gekauft und dafür 40 Bolivianos (für Anton) und zweimal 80 Bolivianos (für Anna und Philipp) bezahlt. Für diese Preise haben wir ein bisschen gehandelt.  

Weitere Sehenswürdigkeiten außerhalb von Sucre sind Las Siete Cascadas, sieben Wasserfälle, die ca. 9 Kilometer nördlich von Sucre liegen und über einen Wanderweg mit kleinen Kletterpartien erreichbar sind, sowie der Parque Cretácico, ein Steinbruch, in dem Dinosaurierspuren gefunden wurden, liegt ca. 7 Kilometer nordöstlich von Sucre. Beides haben wir nicht geschafft, wurde uns aber empfohlen.

Wie wir uns fortbewegt haben

Wir sind hauptsächlich zu Fuß gelaufen. Wenn die Strecken etwas weiter waren, haben wir die zahlreichen Minibusse oder wenn wir mit viel Gepäck unterwegs waren, haben wir uns ein Taxi bestellt.

Wo wir übernachtet haben

Wir haben im Hotel Plaza Capital (Plaza 25 de Mayo 29) übernachtet. Uns haben die guten Bewertungen über das Frühstück, welches auch sehr vielfältig war, gelockt. Nächstes Mal würden wir wohl eine andere Unterkunft buchen, ein kleineres Hotel oder ein familienfreundlicheres Hostel. Die Wege von Hotel aus waren kurz, was den Aufenthalt sehr erleichtert hat. Wenn Mensch sich für eine Unterkunft im Zentrum entscheidet, sind die Wege allerdings generell kurz. Das Hotel war uns am Ende zu groß und zu hellhörig.

Wie und wohin wir weitergereist sind

Wir sind mit dem Bus nach Potosí gefahren. Der Bus fährt vom Terminal de Buses ab. Die Tickets werden direkt am Busbahnhof am Tag der Abreise gekauft. Wer nachts fahren will – für diese Strecke lohnt keine Nachtfahrt aber zur generellen Information – sollte in den frühen Morgenstunden sein Ticket kaufen. Die Fahrt dauert ca. drei Stunden. Wir haben 25 Bolivianos pro Peron gezahlt. Die Minibusse mit der Kennzeichnung A, H und 3 fahren in der Avenida Junín zum Busbahnhof. Wir sind an der Haltstelle, die in der Avenida Junín vor der Universidad San Francisco Xavier de Chuquisaca (Ayacucho/Junín) liegt, eingestiegen. Es hat sehr lange gedauert, da die Junín eine sehr beschäftigte enge Einkaufsstraße ist, die viel befahren wird. Wir sind zurückgelaufen, was ein schöner Spaziergang war, da wir nochmal eine andere Ecke von Sucre gesehen haben. Und mit einem selbstgebackenen Schokokuchen auf der Hand und einem spontanen Besuch beim Frisör kam uns die Strecke auch weniger lang vor.

Auf den Weg zurück ins Stadtzentrum