Tropea

Tropea

Tropea

November, 2020

Die Sonne bricht durch die Wolkendecke, der Horizont leuchtet orange, obwohl die Sonne noch recht hochsteht, und Tropea erscheint am Horizont. Gebaut auf senkrechten Felswänden. Die Hauswände schließen mit der Felskante ab. Vor den steilen Felswänden schlängeln sich Kieselsteinstrände die kurvige Küste entlang. Hellblau, türkis und azurblau leuchtet das Wasser, welches selbst bei einer Tiefe von 20 Meter den Blick bis zum Meeresgrund zulässt. Meine Augen sind groß und werden immer größer je weiter wir uns Tropea nähern. Ich spüre, dass es mir hier gefällt.

Wir parken auf einem Parkplatz am Rand der Stadt. Am gleichen Abend kommen Nima und Nicole an. Es ist schön die beiden wiederzusehen. Anton und Nima fangen direkt anzuspielen und wieder einmal fahren die Spielzeugautos über Terrassen, über herumliegenden Boote, über Wege und Mauern.

Wir wollen den Standort wechseln, da der Wäscheberg sich inzwischen über alles legt und wir gerne eine Toilette in der Nähe hätten. Es sind jedoch alle Campingplätze zu. Am Vormittag machen wir einen Ausflug in das Stadtzentrum. Wir gehen am Strand entlang bis wir an eine steile Treppe kommen, die wir hinaufsteigen. Von einer Terrasse blicken wir auf das türkisblaue Meer, die vorgelagerte Insel, den Vulkan Stromboli und auf einen Parkplatz, auf dem zwei Wohnmobile stehen. Wir spazieren durch die engen Gassen, werden von vielen Menschen lächelnd gegrüßt und essen Pizza in einem kleinen Restaurant.

Am nächsten Tag fahren wir zum Parkplatz, den wir von oben gesehen hatten. Wir fahren durch das Tor, ein Mann begrüßt uns und sagt, dass wir parken können und dafür 15 Euro pro Nacht zahlen müssen. Bevor wir uns bedanken, sagt er plötzlich „But you can’t leave. Tomorrow is lockdown in Calabria“, ohne den Ernst der Lage zu erkennen, sagt Philipp einfach „No problem. We stay anyway“. Ich bin stattdessen überrascht und hetze nach vorne, schaue den Mann entgeistert an und frage nach was Lockdown bedeute. Er sagt, dass alles geschlossen ist und keiner raus darf außer zum Einkaufen und für Arztbesuche.

Tropea Italien Kalabrien
Der Platz ist begrünt mit Bäumen und Sträuchern. Hier parken normalerweise die Gäste der Ferienwohnungen, die den Parkplatz an zwei Seiten umrahmen. Hühner und Katzen laufen herum. Es gibt eine Toilette, eine Dusche, ein Restaurant, keine Waschmaschine und viel Platz für uns. Wir stellen uns am Ende des Parkplatzes neben dem Zitronenbaum hin und breiten uns aus. Nur nach wenigen Stunden hat Anton sein Spielzeug großflächig vor dem Bus verteilt und wir haben ein Viertel unserer Wäsche mit der Hand gewaschen und aufgehangen.

Der letzte Tag ohne Lockdown geht langsam dem Ende zu. Nima und Nicole essen mit uns im Bus, Anton spielt unbeholfen ohne Pause, ich stille Merle und beschäftige sie mit Geräuschen, die ich mit meinem Mund erzeuge, parallel höre ich bei Philipp und Nicoles Gespräch zu, zwischendurch erwähnt Philipp, dass irgendwas stinkt, aber alle machen weiter wie gehabt. Beim Essen rieche ich es auch. Plötzlich kommt mir der Gedanke, was es sein könnte. „Anton, musst du mal auf die Toilette?“, frage ich ihn vorsichtig. Denn ich ahne es bereits. Er verneint. Richtig. Er muss nicht mehr, da die Kackwurst im Schlüpfer gelandet ist. Ich ziehe Anton angewidert aus und schleppe ihn nackig zur Dusche. Er ist ruhig, seine Augen weit aufgerissen und sein kleiner Körper angespannt. Er hört sich mein Gebrabbel an und sagt zu allem „ja“. Ihm ist es sichtlich unangenehm. Zurück im Bus, mit frischer und sauberer Kleidung ausgestattet, spielt er unbesorgt weiter. Der Abend endet mit vielen Fragen wie wir die nächsten Tage verbringen werden, was wir machen dürfen und ob wir uns weiterhin wohl fühlen.

Wir informieren uns über die aktuelle Situation in Italien: Kalabrien ist eines von vier Landesteilen welches in den Lockdown geschickt wird. Wir wundern uns denn in Kalabrien sind die Infektionszahlen am geringsten. Aber die Krankenhäuser sind so schlecht ausgestattet, dass selbst geringe Infektionszahlen als Bedrohung wahrgenommen werden und zu Überlastung der Krankenhäuser führen könnten. Wenig Tage nach Beginn des Lockdowns ist dann auch Kalabrien Risikogebiet für Deutschland. Die Deutschen, die neben uns standen, fahren zurück nach Deutschland um in Deutschland nicht in Quarantäne zu müssen. Wir bleiben, so auch Norbert, ein älterer Mann, der ebenfalls die letzten warmen Tage hier in Tropea verbringt.

Tropea Italien Kalabrien
Wir spüren die Einschränkungen kaum. Wir machen unsere Spaziergänge durch die Stadt und Fahrradtouren zum Hafen, gehen fast jeden Tag schwimmen, tanken Sonne und frische Luft und gehen ganz normal einkaufen. Wir planen unseren Tag genauso wenig wie vorher. Wenn wir die Polizei sehen, setzen wir die Masken auf und wenn wir sie nicht sehen, tragen wir sie unter dem Kinn oder am Handgelenk. Wir können, wenn wir wollen Kaffee trinken und Pizza essen, denn das Restaurant bietet diesen Service als Takeaway an. Ich bekomme ein Tablet in die Hand und die Chefin sagt mit einem zwinkern „Aportar da casa“, oder so ähnlich. Genau wir dürfen den Kaffee nur am Bus trinken. Zwischendurch telefonieren wir mit Freunden, quatschen mit Norbert, beobachten Drohnen, füttern die Hühner und Katzen.

Der Lockdown fordert uns wenig Umstellung ab, aber das liegt wohl auch daran, dass wir uns frei auf dem Parkplatz bewegen dürfen und zum anderen viele TropeanerInnen den strengen Auflagen ihrer Regierung wenig streng folgen. Ab und zu kommt die Polizei, und wenn die PolizistInnen durch ihre Trillerpfeifen pfeifen löst sich die Menschenansammlung zwar sehr langsam und träge auf aber kommt später zu einem anderen Zeitpunkt wieder zusammen. Die Menschen gehen spazieren, machen Sport, gehen schwimmen, liegen am Strand, treffen sich zum Karten spielen und debattieren. Trotz Lockdown ist die Stadt nicht leer, trotz Lockdown fühlen wir uns wohl, weil wir uns da aufhalten wo wenig Menschen sind und wo wir nicht zwangsläufig eine Maske tragen müssen.

Es ist eher Anton, der uns zu schaffen macht. Wir hatten beide schon Situationen, in denen wir uns hemmungslos und unkontrolliert über Antons Verhalten aufgeregt haben, nicht in seiner Anwesenheit und wohl wissend, dass er mitten in den Autonomiephasen steckt. Aber ich muss auch mal Dampf ablassen, ohne auf meine Wortwahl zu achten. Ich bin manchmal so angespannt und gereizt, dass ich weggehen muss und etwas durch die Luft schmeiße. Manchmal raufe ich mir Haare oder stampfe mit den Beinen.

reisen mit kind
Wenn Anton mir mal wieder ein „Nein“ entgegenstellt, frage ich ihn fünf Minuten später oder sage ihm, dass er mir Bescheid sagen soll, wenn er bereit ist. Wenn er mich nicht durchlässt, versuche ich über einen anderen Weg an ihm vorbeizukommen. Wenn er erst noch etwas anderes machen möchte, bevor wir das machen, was ich von ihm möchte, folge ich seiner Reihenfolge. Wenn er nicht aufhören kann mich zu treten, gehe ich weg. Wenn er Platz brauch für einen Purzelbaum, mache ich Platz, auch wenn ich gerade Merle stille. Aber am Abend ist meine Kapazität oft aufgebraucht. Und wenn ich mich dann wieder bemühen und ihn davon überzeugen muss, dass Zähneputzen wichtig ist und dass wir das Erledigen, bevor wir ins Bett gehen, bin ich am Ende mit meiner Geduld.

Seit der Abfahrt von Nima und Nicole weigert er sich mittags zu schlafen. Sein Mittagsschlaf ist auch für uns eine Pause, und die soll nun wegfallen? Wir sind uns einig, dass wir ihn nicht zwingen werden, aber wissen auch, dass er den Schlaf brauch. Ohne Mittagsschlaf fällt ein wichtiger Abschnitt unseres Tages weg. Ohne Mittagsschlaf fängt Anton an sich ab 14 Uhr die Augen zu reiben. Manchmal kommt er klar, manchmal möchte er nur auf dem Arm sein, manchmal taumelt er wie betrunken über den Parkplatz, manchmal schaut er benebelt und abwesend in die Weltgeschichte. Und manchmal ist es recht lustig mit anzusehen, aber häufiger ist gleicht es eher einer familiären Kraftanstrengung (dieses Wort schwirrt mir seiner geraumer Zeit im Kopf herum) den Tag einigermaßen über die Runden zu bekommen.

Nichts desto trotz, lassen wir ihn gewähren, ziehen uns aber für eine gewisse Zeit zurück, versuchen uns nach dem Mittagessen auszuruhen, bereiten das Abendessen früher zu, so dass er wenigsten noch etwas zu sich nimmt, bevor er auf meinen Beinen oder neben dem Essen einschläft. „Ich ruhe mich hier kurz aus“, sagt er, legt sich hin und schläft ein, kurz nachdem die Uhr 18 Uhr zeigt. Merle schläft meistens kurz danach ein. Und plötzlich haben viel Zeit am Abend gewonnen aber oft einen anstrengenden Nachmittag mit einem müden Anton. Falls ihn die Müdigkeit doch zu Boden ringt und übermannt, schläft er in der Hängematte, wo er am liebsten auch die ganze Nacht verbringen möchte, ein.

Die Tage verfliegen und verfliegen. Die Sonne geht auf. Die Sonne geht unter. Die Sonne geht auf. Und schon ist es wieder dunkel. Fast ein Monat sind wir in Tropea und haben uns zwischen Stadt und Hafen, also ein paar hundert Meter, bewegt. Langsam werden die Nächte kälter und Regen zieht häufiger über den kleinen Parkplatz. In Italien beginnt der Herbst, der Winter und Weihnachten nähern sich. Geschmückt und mit Lichterketten hellerleuchtet beginnt in Tropea die Weihnachtszeit, nur das Weihnachtsgeschäft bleibt dieses Jahr wohl aus. Und wir? Wir machen uns Gedanken, wann wir nach Hause fahren. Mein Papa wünscht sich, dass wir Mitte Dezember nach Biesenthal kommen. Dies nehmen wir als Anlass unsere Rückreise zu planen.

Der letzte Abend bricht an. Es regnet. Große Tropfen prasseln auf das Dach. „Irgendwie romantisch“, sage ich während ich in Philipps Armen liege, dem Regen zu höre und aus dem Fenster schaue. Ich fühle seine Wärme und seinen Atem auf meiner Haut. Liebe liegt in der Luft. Aufräumen, packen, duschen, einen letzten Cappuccino für mich, ein letzter Blick auf das Meer und weg sind wir.

Tag 1

Ein Spaziergang durch Tropea mit einem Mittagessen im Restaurant Il Cantastorie, in welchem sehr gute Pizza serviert wird und du diese in einer der schmalsten Gassen Tropeas genießen kannst.

Tag 2

Ein Tag am Strand von Tropea inklusive einem Spaziergang hoch auf die Aussichtsplattform von Santuario di  Santa Maria und Entdeckungstouren entland der Felsen.

 

Tag 3

Ein Ausflug zum Fischerhafen und Segelhafen von Tropea. Und von dort aus nimmst du ein Boot zum Vulkan Stromboli.

Planlos

Planlos

Planlos

November, 2020

Wir hatten entschieden den Stiefel Italiens abzufahren. Immer weiter an der Küste entlang. Wir haben uns aber auch mit Nima und Nicole, die allerdings an die Amalfiküste fahren wollen, verabredet. In Crosia halten wir neben einem Platz mit Spielplatz direkt am Meer. Steinstrand. Wir schauen uns um. Anton findet einen kleinen Ball auf dem Gehweg. Ich mache ihn sauber. Als er ihn wirft, sind wir alle überrascht. „Es ist ein Flummi“, ruft Anton hell und laut voller Freude in seiner Stimme. Er spielt die nächsten Stunden mit diesem gelb-rosa gestreiften Flummi. Er wirft ihn. Der Flummi springt. Anton rennt hinterher. Er hebt ihn auf und wirft ihn wieder. Am Abend bestellen wir Pizza und bekommen sie zum Mitnehmen. Ab 18 Uhr ist ja schließlich Sperrstunde. Wir sitzen auf dem Bett und mampfen Pizza. Pappsatt fallen wir ins Bett.

Viel hält uns nicht an diesem Ort. Bevor wir abfahren, trinken wir einen Kaffee, und beschließen nach Le Castella zu fahren. Dort gibt es ein Lidl – wir haben so Lust auf das Walnussbrot – und eine Burg im Wasser, die möchte ich gerne sehen.

Am Eingang von Lidl messen sie unsere Temperatur. Diesmal funktioniert es besser und Anton bleibt ruhig. Wir erledigen unseren Einkauf schnell und zügig. Kurze Zeit später sitzen wir im Bus und fahren zur Burg Le Castella. Die Sonne geht langsam unter, die Wolken leuchten orangerot. Ich sitze und bange, dass wir es rechtzeitig schaffen und ich noch ein Foto vom Sonnenuntergang und der Burg machen kann.

Philipp hält an, ich springe mit dem Kamerarucksack raus und renne flink vor zur Küste. Die Burg liegt bereits im Schatten aber von der Bucht und vom Meer machen ich Bilder. Als ich hinunter zum Strand laufe, traue ich meinen Augen nicht. Vor meinen Augen liegen Plastikflaschen, Mülltüten, diverse Verpackungen und andere kleine Plastikteile. Es ärgert mich. Innerlich koche ich. Ich kann es nicht fassen. Nun sehe ich überall Müll: In den Gassen, in den Büschen, neben den Autos.

Am nächsten Tag wandern wir um die Burg herum und gehen Baden. Anton wirft einen Stein, den ich wirklich gerne mitgenommen hätte, zurück ins Wasser, obwohl ich ihn gebeten hatte, dass nicht zu tun. Ich finde ihn natürlich nicht mehr. Ich bin sauer. Irgendwie finde ich es auch lächerlich, dass ich mich so ärgere. Aber ich war wirklich traurig, da ich den Stein sehr schön fand. Ich fühle mich wie ein Kind. Ich äußere meine Gefühle. Anton sitzt auf meinem Schoss und sagt immer wieder, dass er ihn weggeworfen hat. Naja, dass macht die Situation nicht unbedingt besser. Wir verlassen diesen skurrilen Ort und fahren spontan nach Tropea.

Wir wollen Nima und Nicole wiedertreffen, an einem schönen Strand und Ort stehen, und es ist nicht mehr weit und den Stiefel abzufahren erscheint uns etwas sinnfrei. Und Kalabrien ist der letzten Teil Italiens, der vom RKI noch kein Risikogebiet ist. Also hin.

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Südlich von Tarent

Südlich von Tarent

Südlich von Tarent

Oktober, 2020

In Gallipoli irren wir durch die Straßen, auf der Suche nach einem Bankautomaten. Durch Zufall sieht Philipp einen. Ich springe aus dem Bus und gehe zum Bankautomaten. Meine Karte geht nicht rein. Ich probiere hin und her. Ein Blick in den Schlitz verrät mir, dass ein roter Riegel das Einführen einer Karte blockiert. Ich laufe zum Bus, den Philipp am Ende der Straße geparkt hat. Wir rätseln, was wir als Nächstes tun. Vielleicht erst mal etwas essen?

Wir parken auf dem Parkplatz eines Supermarktes und laufen los. Ich frage ein paar Männer, wo der nächste Bankautomat ist. Sie sagen etwas, zeige in eine Richtung und wiederholen das Gesagte. Etwas unsicher, ob wir alles verstanden, laufen wir los und fragen auf dem Weg zum Bankautomat eine Frau, aber sie schaut uns mit ihrem maskierten Gesicht an, beschleunigt ihren Schritt und geht an uns vorbei. Hatte sie Angst? Es sah so aus. Ich frage wenig später einen Mann, der uns hilft. Leider deutet er auf den Bankautomaten, bei dem wir bereits waren.

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Auf dem Rückweg sehe ich einen kleinen Obst- und Gemüseladen. Wir warten, warten und warten, bis der Verkäufer aus einem anderen Geschäft kommt. Wir können mit Kreditkarte bezahlen und kaufen dementsprechend bei ihm ein. Philipp schleppt den Rucksack und Anton und ich habe Merle und einen Beutel in der Hand. Die letzten Nahrungsmittel kaufen wir im Coop. Am Bus bereiten wir Brote und Salat vor. Ich bin hungrig und kann es kaum erwarten, meinen Magen mit Essen zu füllen.

Wir fahren weiter bis zum nächsten Campingplatz, der nur kurz hinter Gallipoli liegt. Die großen Tore sind abgeschlossen. Und nun? Wir schauen im Internet und finden nur Campingplätze, die bereits geschlossen sind. Es ist keine Saison und auch keine Nebensaison mehr. Die meisten Campingplätze machen Ferien. Philipp findet einen, der vor zwei Wochen noch aufhatte. „Wir brauchen zwei Stunden“, sagt er. Das ist weit. Uns bleibt nicht viel mehr übrig außer wir stehen wieder wild, aber Philipp möchte gerne auf einen Campingplatz gehen. So fahren wir ungewollt viel weiter.

Anton schläft recht spät während der Fahrt ein, Merle hatte bereits geschlafen. Wir fahren an Olivenbäumen und Orangenbäumen vorbei. Am Horizont erscheinen hohe qualmende Türme, Fabriken, Kraftwerke und Hafenkräne. Ich fühle mich wie auf einem anderen Planeten. Von grünen Olivenhainen nach Tarent, in die Stadt mit dem größten Stahlwerk Europas.

In Metapont, eine Ortschaft südlich von Tarent, fahren wir auf einem Campingplatz, der sich mit bunten Bungalows und Ferienhäusern im grauen Regenwetter präsentiert. Wollen wir wirklich hierbleiben? Die Plätze für die Wohnmobile sind am Ende des Platzes und sehr klein. Ich frage mich wie die großen Wohnmobile hier in der Saison rangieren können. Wir sind die Einzigen. Der Preis ist hoch, zu hoch dafür, dass keine Saison ist. Wir bleiben trotzdem, wenigstens für eine Nacht. Die Corona-Maßnahmen wurden in den letzten Tagen verschärft: Die Gastronomie muss 18 Uhr schließen.

Wir warten den Regen ab und machen einen Spaziergang. Es ist so leer. Die Häuser sind verlassen. Ruinen stehen mittendrin und Baugerüste wurden die letzten Jahre nicht angefasst. Wir sehen keinen Menschen, erst in dem kleinen Imbiss, in dem wir Kaffee trinken gehen, begegnen uns gut gelaunte Gestalten. Trotzdem, fühle ich mich wie in einer Geisterstadt.

Wir bleiben doch noch eine weitere Nacht. Unsere Wäsche ist noch nass, wir sind etwas träge und faul und es gibt eine kleine junge Katze, die sich sehr viel gefallen lässt. Sie ist wahnsinnig entspannt, zutraulich und gelassen. Anton nimmt sie auf den Arm, setzt sie ab, nimmt sie wieder auf den Arm, setzt sie wieder ab. Er begleitet seine Aktivität mit dem Satz „Sie soll doch hier lang gehen“. Ich erkläre ihm, dass die Katze ihren eigenen Willen hat und selbst entscheidet, was sie machen möchte. Gerade Katzen sind ja bekannt für ihre Eigenwilligkeit. Es ist schwer für ihn, dass zu verstehen.

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Am Nachmittag reisen plötzlich nacheinander innerhalb kurzer Zeit andere Wohnmobile an. Ich bin verblüfft und räume dann doch mal unsere Klamotten, die wir überall auf den Hecken verteilt hatten, ein. Sie sind inzwischen auch trocken. Bei einem Spaziergang entdecken wir einen kleinen „Hafen“. Hier liegen Fischer- und Motorboote am Strand und werden jeden Tag von einem Traktor rein und raus gebracht. Auf dem Rückweg zum Campingplatz kommt uns die Polizei entgegen. Dass sie hier an dieser verlassenen Promenade lang fahren, wundert mich. „Pass auf, die sprechen uns gleich auf unsere fehlenden Masken an“, sage ich zu Philipp. Er lacht, denn er hält es für so absurd und unwahrscheinlich. Sie halten an. Wir hören „…masquerina…“. Wir nicken. Als sie weg sind, brechen wir beiden in ein heftiges und alberndes Lachen aus. Es gibt hier kaum eine Menschenseele. Aber das ist egal. Maske tragen ist gerade wichtig, auch wenn du allein am Strand stehst. So absurd wie wir die Situation erleben, beschließen wir ab und sofort unsere Masken bei uns zu tragen, immer griffbereit.

Am nächsten Tag bezahlen wir den Campingplatz, der uns tatsächlich auch Merle und Anton berechnet, und parken an dem kleinen Anlegeplatz. Ich finde es so viel schöner. Ich fühle mich freier. Der Strand ist lang, breit und weich unter den Füßen. Das Wasser ist klar und hat eine kräftige blaue Farbe. Jeden Morgen geht die Sonne über dem Meer auf und hüllt den Horizont in ein oranges Farbenspiel.

In der Nacht hält ein deutsches Auto neben uns. Kurz bevor wir ins Bett gehen, sieht Philipp einen kleinen Jungen draußen stehen. Vielleicht haben wir Glück. Am nächsten Morgen lernen wir Nima und Nicole kennen. Wir sind alle neugierig und reden drauf los. Die Stimmung und die Atmosphäre sind locker und aufgeschlossen. Bald darauf spielen Nima und Anton mit Autos, die immer wieder die Rampe zum Strand runterfahren. Nicole nimmt Merle und so können wir zu dritt im Meer baden gehen.

Anton und Nima spielen und spielen. Wir können beruhigt andere Dinge machen wie Windeln waschen, kochen oder auch beide für Merle da sein. Ich schau am Anfang noch häufig nach Anton und frage ihn, ob alles klar ist und sage ihm, dass wir am Bus sind und falls er uns brauch, soll er zum Bus kommen. Er kommt nicht. Nicht ein einziges Mal. Erst, als ich ihn zum Essen rufe. Ich merke, dass er allein zurechtkommt und sich auch wohl fühlt. Nima und er lernen sich besser kennen, sie lachen und feixen zusammen. Ich höre ihre Kinderstimmen durch die Luft klingen. Es wärmt mein Herz Anton so ausgelassen mit einem anderen Kind spielen zu sehen und gleichzeitig fühle ich ein Brennen in der Lunge. Ich weiß, dass nun ein Punkt kommt, an dem ich loslassen muss.

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Italiens Stiefelabsatz

Italiens Stiefelabsatz

Italiens Stiefelabsatz

November, 2020

Wir sind auf den Weg zum südlichsten Punkt des Schuhabsatzes da, wo Mensch Sonnenaufgang- und Sonnenuntergang an einem Ort sehen kann. Es gibt bestimmt noch andere schöne versteckte Buchten wie diese, an der wie die letzten Tage waren, aber daran fahren wir vorbei. Wir fahren über viele kleine Dörfer, zwingen uns durch enge Straßen, kleben am Auspuff von stinkenden Lastwagen und fahren durch eine recht langweilige Landschaft.

Wir parken. Es ist sehr heiß. Wir spazieren zum Aussichtspunkt. Ich sehe Meer. Überall Meer. Ein weiter langer Horizont. Blau trifft auf Blau. Es ist beeindruckend, wie groß das Mittelmeer wirkt. Lange hält es uns nicht an diesem Parkplatz. Wir stehen zu exponiert: Menschen laufen vorbei und schauen rein, aufgeheizter Asphalt umgibt uns, die Sonne scheint ohne Erbarmen auf das Dach, Schatten fehlt, Autos fahren hin und her.

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Also fahren wir nach Felloniche, in den nächsten Ort. Hier haben wir Zugang zum Sandstrand, hier gibt es eine Pizzeria und etwas oberhalb des Strandes einen Spielplatz. Am Abend gehen wir Pizza essen. Wir sind die ersten Gäste in diesem schicken Restaurant. Während wir auf der überdachten Terrasse sitzen und warten, werden noch Tische gedeckt und im Innenraum gehen zwei sehr große Fernseher an. Italienische Nachrichten mit den aktuellen Neuigkeiten zur Corona-Pandemie, das einzige Thema an diesem Abend, laufen nun rauf und runter. Auf mich wirkt es einseitig, propagandistisch und meinungsformend.

Der Kellner reist mich aus meiner Gedankenwelt. Ich soll bitte den QR-Code scannen, dann erhalte ich Zugriff auf die Speisekarte. Hmm, ich habe kein Handy dabei. Auch Philipp hat seins im Bus gelassen. Aufgeschmissen schauen wir uns nachdem Kellner um. Er bringt uns eine analoge Speisekarte aus Papier, echt zum Anfassen und Blättern. In was für einer Welt leben wir wohl bald? Ich blättere bewusst die Seiten um, fühle mit den Händen das Papier und lasse meine Augen entspannt über die Zeilen fliegen. Wer weiß, wie lange es noch analoge Speisekarten geben wird. Es gibt eine riesige Auswahl, auch viele vegetarische Varianten und besondere Kombinationen. Ich wähle eine Pizza mit Pesto, frischen Tomaten und gerösteten Mandeln. Es ist sehr lecker.

Die frühen Morgen Stunden verbringen wir auf dem Spielplatz und den restlichen Tag stehen wir am Strand. Ich verbringe die meiste Zeit im Bus, da ich Blogeinträge schreibe und das neue Logo für tigro.travels erstelle. Anton schläft wieder nur schwer ein. Sein Wille wachzubleiben kämpft mit der Müdigkeit, die ihn schließlich nach einem langen bitterlichen Ringen niederringt. Philipp ist schon lange vor ihm eingeschlafen und wacht gerade rechtzeitig für sein Telefonat auf. Nach dem Mittagsschlaf fahren wir zum nächsten Strand nach Pescoluse. Ich hatte diesen Strand auf einer Postkarte in einem Café, wo wir die letzten zwei Tage waren, gesehen. Es war ein weißer, feiner Sandstrand und türkisblaues klares Wasser abgebildet. Paradiesisch.

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Bereits bei der Ankunft flucht Philipp über die vielen Mücken, die ihn stechen. Ich bekomme nur wenig davon mit, weil ich im Bus das Abendessen vorbereite. Als ich wenig später rausgehe, kleben sie auch direkt an mir. Am nächsten Morgen werden wir alle beim Spaziergang zum Meer zerstochen. Ich bin recht unempfindlich, was Mücken angeht, aber hier nehmen sie mir die Lust, draußen sein zu wollen. Ich würde am liebsten im Bus bleiben, um mich dieser Plage nicht aussetzen zu müssen. Wir entschließen uns an einen anderen Strand zu fahren.

In Pizzo, südlich von Gallipoli, fahren wir an die Küste, die hier wieder felsig ist, aber es gibt einen kleinen Abschnitt mit Sandstrand, von dem wir einfacher ins Wasser gehen können. Es gibt einen breiten Fußweg entlang des Küstenstreifens und einen Spielplatz mit Blick auf das Meer. Ruhig und gemütlich wirkt dieser Ort. Wir verbringen einige Tag hier und schlagen uns mit den stärker ausgeprägten Autonomiephasen von Anton rum. Ich muss mich umstellen, denn die vorigen Wochen waren einfach und kooperativ. Nun heißt es oft „Nein“, „Ich will“, „Ich möchte“ oder auch „Du sollst“. Teilweise läuft er weg, zerrt an den Dingen, die er haben möchte, hört mit einer Aktivität einfach nicht auf und beißt mir in die Schulter, wenn er einen heftige emotionale Krise durchlebt. Ich ärgere mich, verliere die Geduld, bin genervt oder einfach nur erschöpft und hilflos. 

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Wir machen, dass was wir sonst auch machen: Schwimmen gehen, Fahrrad fahren, Schaukeln, Rutschen. Wir bleiben nicht lange. Wir sind immer noch bargeldlos und auch die Vorräte gehen dem Ende zu.
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Campingplatz in Santa Cesarea Terme

Campingplatz in Santa Cesarea Terme

Santa Cesarea Terme

Oktober, 2020

Wir kommen in Santa Cesarea Terme an und fahren auf einen kleinen Campingplatz. Am Ende des Platzes, auf dem Olivenbäume Schatten spenden, gibt es ein Tor. Ich gehe hindurch, schlendere einen steilen Weg hinab bis vor zur Kante. Ich sehe Steilküste. Ich klettere über eine hüfthohe Mauer, gehe langsam vor bis zur Abbruchkante und schaue hinunter. Mein Blick trifft auf glasklares Wasser, welches mir erlaubt, bis zum Meeresboden zu schauen, und eine kleine Bucht, die versteckt zwischen hohen senkrechten Felswänden liegt und von großen Steinen umgeben ist. Es ist traumhaft.

Santa Cesarea Terme Italien
Ich entspanne. Und jedes Mal, wenn ich den bekifften Campingplatzbesitzer, der verstrahlt mit seinen Hunden spazieren geht, schwappt seine Entspannung auf mich über. Wir gehen baden, fahren Fahrrad, gehen im Dunkeln spazieren, spielen und machen außer unseres Alltags recht wenig. Im Ort suchen wir vergebens einen Obst- und Gemüsestand, daher fahren wir etwas weiter zu einem größeren Supermarkt. Wir werden angesprochen, Anton verschüttet Mandeln, Philipp telefoniert und ich habe beide, Merle und Anton und den Einkauf an der Backe. Am Bus trinken wir noch einen Kaffee und fahren zurück zum Campingplatz.
Santa Cesarea Terme Italien

„Ich muss mal Pipi machen“, sagt Anton. Ich frage ihn, ob er am Baum oder auf den Topf gehen möchte. „Auf den Topf“, antwortet er. Im Bus steht der Topf nicht. Draußen auch nicht. Ich frage Philipp, ob er den Topf eventuell im Bad stehen lassen hat. Er verneint. Ich kann den Topf nicht finden. Der Topf, der bereits in Bolivien im Salar de Uyuni benutzt wurde, ist nun in Italien verloren gegangen. Alle werden plötzlich nervös. Ich kann mich nicht daran erinnern, wo ich ihn zuletzt hatte, auch Philipps Erinnerung ist schwach und wenig hilfreich. Ich bin davon überzeugt, dass ihn Philipp auf dem Parkplatz am Supermarkt stehen lassen hat. Denn dort war Anton zuletzt auf der Toilette. Philipp zweifelt meine Theorie an. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als noch mal hinzufahren.

Der Parkplatz ist leer. Wir streuen aus und laufen in verschiedene Richtungen auf der Suche nach dem Topf. Philipp und Anton finden ihn in einer Mülltonne. Die Freude ist riesig bei mir und Philipp. Ich springe fast in die Luft, so erleichtert und glücklich bin ich über die Rückkehr des Topfes. Anton bleibt gelassen. Wir gönnen uns daraufhin noch eine Runde Kaffee und Saft und düsen zurück zum Campingplatz.

An einem Nachmittag, den wir in der kleinen Bucht verbringen, lernen wir eine Frau kennen. Sie hat Redebedarf, weil sie schon lange keine deutschsprachigen Touristen getroffen hat. Wir plaudern über ihre Reise, über unsere Reise, über Italien, über Corona. Als sie erwähnt, dass sie Hebamme ist, leuchten meine Augen. Sie erzählt einfach drauf los und lässt fallen, dass die Kaiserschnittraten in Schweden, Schweiz und Österreich viel geringer sind als in Deutschland. Ich frage sie daraufhin, ob Kaiserschnitte auch unnötigerweise gemacht werden. „Aber natürlich“ sagt sie lachend. „Die sind fast alle hausgemacht“, fügt sie hinzu. Ich fühle mich bestätigt in meinen Eindrücken, die ich bisher in Gesprächen mit anderen Frauen und Hebammen gesammelt habe. Nach vier Tagen verlassen wir den Campingplatz und lassen unser gesamtes Bargeld bis auf wenige Münzen in die Hände der jungen blonden Campingsplatzbesitzerin fallen.

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Sanddünenstrand und Lecce

Sanddünenstrand und Lecce

Sanddünen und Lecce

Oktober, 2020

Wir haben Lust auf Sandstrand und diesen finden wir in der Nähe von Lecce an der Küste. Es hieß, dass hier ein Restaurant wäre, von diesem ist aber nichts mehr zu sehen. Ein Mann erzählt uns, dass es abgerissen wurde und deswegen viel Müll zu finden ist. Es stimmt, überall liegen Kabel, Schrauben und kleine Schuttreste rum, die Anton liebend gern aufsammelt. Ich erkläre ihm, dass das Müll ist, der in einen Mülleimer gehört. Er sagt mir, dass es eine Drohne oder ein Flugzeug ist: „Aber Mama, das ist doch ein Flugzeug“, höre ich in diesen Tagen sehr häufig. Und so fliegt das kleine Plastikteil oder das Kabel oder ein alter Bierdeckel in seinen kleinen Händen durch die Luft. Mit seinem Mund imitiert er die Fluggeräusche. Ich hocke da, lassen meinen Kopf hängen und weiß nicht, was ich sagen soll. Überrumpelt und hilflos fühle ich mich in solchen Situationen.

Lecce Italien

Nachdem Anton sich ausgesucht hat, was er mitnehmen will – es ist die kleine Schnecke Gary geworden – machen wir einen Spaziergang, um die Gegend zu erkunden. Dünen erheben sich vor dem Strand, ein breiter Sandstrand ebnet den Weg zum Meer. Am Strand gibt es ein Café, welches noch offen ist. Wir sind wohl die einzigen Kunden. An anderen Stellen sieht es so aus, als hätte da mal was gestanden. Ein Blick auf alte Satellitenbilder bestätigt das. Ich bestelle Kaffee bei der Frau, die mich mit einem sehr breiten und ehrlichen Lächeln begrüßt und meine Bestellung entgegennimmt. Komischerweise serviert sie den Kaffee in Pappbechern. Ich setze mich auf die Stufen, atme durch, trinke meinen Cappuccino, sehe Anton zu wie er tanzt und springt, höre das Meer. Es rauscht und rauscht. Anton quietscht und lacht herzerwärmend. Ich bin ganz bei mir und genieße alles und alle um mich herum. Mir gefällt es hier.

Lecce Italien

Ich wollte mir gerne Lecce anschauen. Philipp ist einverstanden und so unternehmen wir an einem Tag einen Stadtausflug. Wir parken auf einem bewachten Parkplatz und zahlen fünf Euro für sechs Stunden. Es war einfacher als in den Straßen etwas zu suchen. Philipp trägt Anton in der Kraxe. Ich nehme Merle auf den Arm und werde sie später, wenn sie einschläft, in die Trage nehmen. Gesattelt und gepackt stiefeln wir los. „Hast du die Masken?“, frage ich. „Nein“, antwortet Philipp und schnauft. Er geht noch mal zum Bus. Wir gehen in die Altstadt. Nun tragen doch auffällig viele Menschen eine Maske. Es gibt nur ganz wenige, die sie unterm Kinn tragen. Es scheint so, als ob die Maskenpflicht in der Öffentlichkeit ab sofort gilt.

Lecce Italien

Wir gelangen auf einen großen Platz. Eine Frau spricht uns an und sagt, dass wir besser eine Maske aufsetzen sollen, da es hohe Strafen gibt. Wir setzen unsere Masken auf, aber tragen sie zunächst locker unter der Nase. Es sind sehr viele Menschen unterwegs. Und unter ihnen läuft eine Politesse ihre Runden und ermahnt jeden, der seine Maske falsch trägt. Sie gehört schließlich über den Mund und Nase. Mir vergeht die Lust. Jedes Mal, wenn ich mit Anton rede oder ihm zu höre, setze ich meine Maske ab. Ich empfinde das als unangenehm und verstörend, wenn ich vor ihm die Maske aufhabe. Zwischendurch hatte er mal gesagt „Wenn ich groß bin, trage ich auch eine Maske“. Meine Alarmglocken klingelten, als ich dies hörte.

Ich sehe all diese Menschen, die ihre Gesichter mit Masken und Sonnenbrillen verdecken. Keine Mimik ist mehr zu erkennen. Ich spüre den Drang wegzulaufen. Ich möchte das nicht sehen. Die Stadt Lecce zu besichtigen, erscheint mir nun als unwichtig und banal. Wir trinken einen Kaffee und essen Croissant. Als wir fertig sind, entscheiden wir unseren Stadtausflug abzubrechen und kehren zum Bus zurück.

Strand Lecce Italien

Im Bus diskutieren Philipp und ich, ob wir wirklich nach Sizilien fahren sollten. Unter den neuen Umständen haben wir beide Angst, eventuell auf Sizilien festzustecken, wenn noch strengere Maßnahmen und Lockdowns in Italien eingeführt werden. Philipp bleibt ruhig und sagt, dass wir die Situation weiterhin beobachten und später entscheiden können.

Vanlife

Am Sanddünenstrand sehen wir nur wenige Menschen. Es ist im Moment etwas anstrengend mit Merle und Anton. Merle ist im Sprung und das schon eine ganze Weile und bei Anton passiert anscheinend auch etwas. Er pullert ein und er kann nicht aufhören, obwohl wir ihn darum bitten und ihm den Grund für unsere Bitte erklären. Immerhin wirft er nicht mit Steinen auf mich, das war zwischendurch sehr beängstigend.

Es ist zwar richtig schön aber ohne Wasser können wir nicht länger bleiben. Da wir keine offenen Wasserbrunnen finden – wir haben alle in der Umgebung abgeklappert – müssen wir auf einen Campingplatz gehen. Am Tag der Abfahrt habe ich das Glück, einen unglaublich schönen Sonnenaufgang mitzuerleben. Ich bin hin und weg, während ich Fotos mache, tief einatme und in die Ferne blicke. Das war bisher mein spektakulärster Sonnenaufgang auf der Reise. Ich bin froh, dass ich es aus dem Bett geschafft habe. 

Strand Lecce Italien
Strand bei Lecce

Tag 1

Einfach mal einen Strandtag am Pole Pole Beach einlegen und aufjedenfall einen Kaffee im Pole Pole Café trinken. 

Lecce

Tag 2

Schau dir Lecce an. Wir haben es nicht gemacht aber wir haben von vielen verschiedenen Menschen gehört, dass Lecce eine sehenswerte Stadt ist.

 

Sandduenenstrand bei Lecce

Tag 3

Wenn es dir hier gefällt, bleib doch noch einen weiteren Tag und entspann dich bevor du ins Auto steigst und weiterfährst.

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